Taufkirchen Millionen-Projekt vor dem Aus

Das Gebäude des SV-DJK Taufkirchen am Köglweg sollte aufgestockt werden. Doch jetzt fließen die Zuschüsse der Gemeinde nicht.

(Foto: Florian Peljak)

Die Gemeinde verweigert dem SV-DJK einen Kostenzuschuss zur Sportparkerweiterung. Damit ist der Umbau gestorben.

Von Stefan Galler und Iris Hilberth, Taufkirchen

Aus der Erweiterung des Sportparks in Taufkirchen wird nun doch nichts. Für den SV-DJK Taufkirchen völlig überraschend hat der Gemeinderat am Donnerstagabend in nichtöffentlicher Sitzung die Planungen gestoppt. Den größten Anteil des 4,3 Millionen Euro teuren Umbaus wollte der Verein finanzieren, die Gemeinde sollte 1,8 Millionen zuschießen. Zu viel in der jetzigen Situation, befand eine Mehrheit im Gemeinderat, schließlich hat man in den nächsten Jahren eine Grundschule zu bauen. "Schweren Herzens" habe sich das Gremium dazu entschlossen, "von dem Projekt Abstand zu nehmen", schreibt Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) auf seiner Facebook-Seite.

Dabei hatte sich das in der vorangegangenen öffentlichen Sitzung am selben Abend, als das Thema ebenfalls auf der Tagesordnung stand, für die mehr als zwei Dutzend Zuhörer noch anders angehört. Sie verließen die Gemeinderatssitzung im recht sicheren Glauben daran, dass das Klubgebäude des SV-DJK bald im neuen Glanz erstrahlen würde. Die Beschlusslage war zu diesem Zeitpunkt eindeutig, das Bauwerk sollte um eine Etage aufgestockt werden, dort würde dann Platz sein für zwei Gymnastikräume und vor allem ein nagelneues Fitnessstudio entstehen, durch dessen Betrieb sich der Verein Einnahmen versprochen hatte. Erst am Wochenende sickerte durch, dass dann im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung das gesamte Projekt zu Fall gebracht wurde. Eine öffentliche Bekanntmachung gab es nicht.

Schon im Laufe der öffentlichen Beratungen hatten sich insbesondere die Gemeinderäte der Grünen sehr skeptisch zu dem Vorhaben geäußert. Ansonsten beriet man nur über technische Details. "Wir haben da um den heißen Brei herumgeredet", sagt SPD-Gemeinderat Matteo Dolce. Bürgermeister Sander hatte die eigentliche Entscheidung in dieser Sache mit Verweis auf vertrauliche Vertragsdaten in den nicht-öffentlichen Teil verlegt. Dort war eine Mehrheit der Ansicht, Taufkirchen könne das nicht schultern. Zu dem millionenschweren Zuschuss der Gemeinde sollte eine Bürgschaft kommen, die die Kommune für die Darlehensaufnahme durch den Verein hätte leisten müssen. Sander schreibt: "Zwar wurde sehr viel nun letztlich vergebliche Arbeit in dieses Projekt gesteckt, vor allem von den Verantwortlichen des SV-DJK, aber ebenso auch von Gemeinderäten und Verwaltung. Auch das Geld für die bisherige Planung ist verloren."

Vorsitzender Brandmaier vom Erfolg des Konzepts überzeugt

Laut Bürgermeister Sander habe der Aufwand aber dazu gedient, eine verlässliche Entscheidungsgrundlage zu finden. "Alle die, die das Projekt als Zukunftschance für den Sportverein und als Bereicherung für die Gemeinde gesehen haben, haben es sich mit dieser Entscheidung nicht leicht gemacht", so Sander. David Grothe, Fraktionssprecher der Grünen, findet gleichwohl, man hätte auch schon früher darauf kommen, können. Er selbst hatte sich auch für einen Sperrvermerk im Haushalt ausgesprochen.

Für Klaus Brandmaier, den Vorsitzenden des SV-DJK, ist diese Entscheidung ein herber Schlag: "Wir haben so viel Zeit in diese Sache reingesteckt, drei Jahre daran gearbeitet. Da kann man sich ungefähr vorstellen, wie es uns geht", sagte Brandmaier am Montag. Er ist nach wie vor "hundertprozentig davon überzeugt", dass das Konzept Erfolg gehabt hätte. "Aber jetzt ist es definitiv vorbei, auch weil wir nicht nur auf die Förderung durch die Gemeinde angewiesen gewesen wären, sondern weil das Gebäude der Kommune gehört." Er sehe keine Chance mehr, so Brandmaier. Dezidiert will sich der Vorstand noch nicht öffentlich erklären, obwohl er betont, dass es "viel zu sagen" gäbe. "Ich werde mich auf der Delegiertenversammlung am Donnerstag zunächst mal gegenüber unseren Mitgliedern äußern", kündigt Brandmaier an.