bedeckt München
vgwortpixel

SZ-Serie: Wahlgesänge:Mia z'Heakirch

Die CSU hat was gegen Städter

Der Wähler ist unberechenbar. Das macht es derzeit so spannend und erklärt, warum manche Wahlkämpfer auf verrückte Ideen kommen, um die Leute für sich zu gewinnen. Ein Anonymus von der CSU in Höhenkirchen-Siegertsbrunn glaubt jedenfalls, es wäre das Beste, einer Reihe von Menschen am Ort erst einmal vor den Kopf zu stoßen, in der Hoffnung, dass die dann den CSUler zum Nachfolger "vo der schwarzen Ursel" ins Rathaus wählen.

Der unbekannte Kolumnist mit dem Pseudonym Bartl qualifiziert in der örtlichen Parteizeitung in tiefstem Bairisch die Konkurrenten ab, die wahrlich nicht für das weiß-blaue Bayern stehen könnten. Ganz anders als der CSU-Kandidat. Dass der aus dem Württembergischen kommt, erwähnt er nicht. Dafür spielt für ihn eine Rolle, dass der neue Rektor der Erich-Kästner-Schule ein Städter ist. Dem hält der Bartl Besserwisserei vor, weil er wie die Eltern Missstände an der Schule kritisiert hat. "Aber so sans hoit de Münchner", schreibt der Bartl und ruft all denen, die sich für ein Bad am Ort einsetzen zu: "1000 Jahre san mia z'Heakirch ohne Naturbad auskemma."

An dieser Stelle spießt die SZ bis zum Wahltag am 15. März Kuriositäten und Besonderheiten im Kommunalwahlkampf auf.

© SZ vom 22.01.2020 / belo
Zur SZ-Startseite