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Städtebau:Ein Konzept für Gronsdorf

Gegen die CSU stimmen Haarer Gemeinderäte dafür, Konzepte zur Entwicklung des Ortsteils in Auftrag zu geben

Wohnungsbau, Schulcampus und Nordtangente: Gronsdorf steht vor massiven Veränderungen. Deshalb hat sich die Gemeinde Haar vorgenommen, Konzepte für die weitere Entwicklung des Ortsteils aufstellen zu lassen, die vor allem im Bereich des Bahnhofs zu erwarten ist. Mit der Mehrheit von SPD, Grünen und FWG beschloss der Gemeinderat, einen Rahmenplan aufzustellen. Mehrere Planer sollen Ideen entwickeln, aus denen dann ausgewählt werden kann. Den Antrag hatte die SPD gestellt.

Auf einen Antrag der CSU geht zurück, dass auch eine Zusammenschau der Verkehrsgutachten erstellt wird, um die Belastbarkeit des Straßennetzes in dem Bereich besser beurteilen zu können, wobei die CSU am Ende gar nicht für den Beschluss votierte. CSU-Fraktionschef Dietrich Keymer machte eine Zustimmung davon abhängig, dass der Satz aufgenommen wird, dass die jetzt unternommenen Schritte mit dem Ziel erfolgen, eine "baldmöglichste Errichtung der Realschule" zu erreichen. SPD, Grüne und FWG sahen darin ein politisches Manöver. Sie wollten sich nicht darauf einlassen, weil zu diesem Sachverhalt alles klar sei, wie es hieß. Es gebe klare Beschlüsse zum Schulcampus, und auch zur Realschule. Dafür folgte die Gemeinderatsmehrheit dem ergänzenden Vorschlag der Verwaltung, das ohnehin für die Gemeinde geplante Mobilitätskonzept speziell für Gronsdorf vorzuziehen und Lösungen zu erarbeiten, wie der Verkehr in Zukunft entzerrt werden kann. Bis Mitte 2019 solle es dazu Ergebnisse geben.

Die Debatte über die Entwicklung in Gronsdorf zeigte einmal mehr, wie zerrissen der Gemeinderat ist. SPD-Fraktionschef Alexander Zill warf Keymer sichtlich genervt an den Kopf, "blühenden Blödsinn" zu verbreiten, wenn er sage, dass eine Realschule kaum Verkehr produziere, und auch der Ausdruck "Fake News" fiel. Keymer erwiderte darauf direkt nichts. Er pochte darauf, die Verkehrssituation am Schulcampus, wenn möglich auch mit provisorischen Straßenführungen so hinzubekommen, dass eine Realschule möglich sei. Zum anderen fand er, dass es zu früh sei, einen Rahmenplan für Gronsdorf zu entwickeln, der alles im Blick habe. Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) widersprach: Es sei in Wirklichkeit "allerhöchste Zeit". Die Gemeinde müsse die Vorgaben machen und die Zügel in der Hand halten. Auch gelte es, jetzt eine aktive Bürgerbeteiligung zu organisieren.

© SZ vom 22.03.2018

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