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Stadt am Rand:Klare Kante gegen Türme

Bürger­versammlung lehnt Hochhauspläne für Messestadt ab

Bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend für den Münchner Stadtteil Trudering-Riem kamen immerhin sechs der 36 Redner aus der Messestadt. Ihr wichtigstes Anliegen: bloß kein "Hochhaus-Boulevard" entlang der Willy-Brandt-Allee. Die überraschende Nachverdichtungsidee der Landschaftsarchitektin Andrea Gebhard, elf bis zu 60 Meter hohe Türme entlang der Messe-Südseite zu platzieren, war im Sommer bekannt geworden. Eine Rednerin sagte, die Nachricht habe im Viertel "eingeschlagen wie eine Bombe".

Sie forderte, in der geplanten Machbarkeitsstudie auch die Auswirkungen auf den Verkehr, die Umwelt, das Klima und vor allem die Sozialstruktur der Messestadt gründlich mit zu untersuchen. Von Berit Noack hingegen kam einfach ein klares Nein - was die große Mehrheit im Saal nachdrücklich unterstützte. Womöglich bildet sich zu dem Thema in der Messestadt bald eine Bürgerinitiative.

Zwei bereits bestehende Initiativen aus Trudering zeigten große Präsenz bei der von Grünen-Stadträtin Katrin Habenschaden geleiteten Versammlung. Die eine kämpft gegen negative Auswirkungen des geplanten Ausbaus von Güterzugstrecken. Initiativensprecher Peter Brück erklärte: "Jeder Zug, der auf dem Weg zum Brenner im Inntal ankommt, war vorher bei uns." Er forderte, dass die Stadt eine zentrale Koordinierungsstelle einrichten soll, die sich um die verschiedenen Bahnprojekte kümmert - und von der Bahn ein Gesamtkonzept verlangt. Ebenso müsse es eine zentrale Anlaufstelle für Bürger und Bürgerinitiativen zu diesem Themenkomplex geben. Münchner Anlieger hätten ein Recht auf dieselben Schutzstandards wie im Inntal. Ulrich Lüders ging das alles längst nicht weit genug: Was für Laster normal sei, müsse auch für Güterzüge gelten: "Sie müssen außen rum um die Stadt." Auch den Containerbahnhof solle man hinaus verlegen. Er jedenfalls sei gegen "den Verkehrsminister und die Machenschaften der Bahn". Spontaner Beifall im Saal war der Lohn seiner Rede.