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Sport im Landkreis:Ein Junger soll's richten

2015 durften die SF Aying noch die Meisterschaft feiern, nun müssen sie mit neuem Trainer wieder angreifen.

(Foto: Claus Schunk)

Die Sportfreunde Aying ersetzen ihren Trainer Marco Stier durch Björn Burhenne.

Der Ober sticht den Unter, das ist nicht nur beim Schafkopfen eine Regel, die allenfalls in Ausnahmefällen außer Kraft gesetzt wird. Auch im Fußballgeschäft gilt das Gesetz, dass klassenhöhere Vereine gerade in Personalfragen oftmals über die besseren Argumente verfügen als diejenigen, die ein paar Ligen weiter unten kicken. Das musste zuletzt Bezirksligist Sportfreunde Aying leidvoll erfahren, dem Klub ist am Wochenende ihr Erfolgstrainer Marco Stier abhanden gekommen - abgeworben vom Bayernliga-Schlusslicht BCF Wolfratshausen.

In Aying zeigt man sich von dieser Entwicklung nicht wirklich überrascht: "Von dem Moment an, als ich hörte, dass Wolfratshausen einen neuen Trainer sucht, habe ich damit gerechnet, dass sie Marco ansprechen", sagt Christian Hartl, der Fußball-Abteilungsleiter der Sportfreunde. Zumal die Farcheter schon früher einmal mit dem ehemaligen Profi Kontakt aufgenommen hatten, der in seiner aktiven Zeit bei Werder Bremen mit Größen wie Ailton oder Johan Micoud trainierte, später unter anderem für Bayern München II, Holstein Kiel und den Halleschen FC spielte.

Es ist für Aying "nicht der glücklichste Moment" für einen Trainerwechsel

Nun heißt es, aus der verfahrenen Situation das Beste zu machen. Zumal der Saisonstart alles andere als gelungen ist: Nach sechs Spielen haben die Ayinger nur vier Zähler auf dem Konto. "Man kann schon sagen, dass es nicht der glücklichste Moment für einen Trainerwechsel ist", sagt Spartenchef Hartl. Allerdings dürfte die sportliche Talfahrt auch damit zusammenhängen, dass der Klub vom Verband in eine andere Staffel versetzt wurde: Hatte man in der Vorsaison als Aufsteiger noch in der Bezirksliga Süd mitgewirkt, ist man nun in die Bezirksliga Ost gewechselt - und dort ist das Niveau offenbar höher. "Wir kommen uns wieder vor wie ein Aufsteiger, kennen keinen einzigen Gegner und tun uns deshalb schwer", so Hartl weiter.

Um so bitterer, dass der nun abgewanderte Übungsleiter nach Rang sieben im Aufstiegsjahr diesmal vor Saisonbeginn Platz eins bis fünf als Saisonziel ausgegeben hatte. "Damit hat er uns keinen Gefallen getan", sagt Hartl. "Auch wenn wir im Frühjahr eine saugute Rückrunde gespielt haben, wissen wir doch sehr wohl, wo wir herkommen." Deshalb könne es nun nur noch darum gehen, die Klasse zu halten.

Nachfolger Björn Burhenne kommt von der Münchner Fußball-Schule

Diese Aufgabe überträgt der Verein einem Neuling im höherklassigen Herrenfußball: Als Nachfolger von Marco Stier wurde Björn Burhenne, 30, verpflichtet. Der junge Trainer arbeitet hauptamtlich für die in Martinsried beheimatete Münchner Fußball-Schule (MFS), er ist als "Kooperationstrainer" der MFS für mehrere Jugendteams des TuS Holzkirchen zuständig und war auch schon Trainer des SC Baldham-Vaterstetten II in der Kreisklasse. "Wir hatten ein sehr gutes Gespräch", sagt Hartl, "er setzt auf die spielerische Komponente, Ballbesitzfußball, nicht nur alles hoch und weit nach vorne".

Erst seit Donnerstagabend kennt das Team seinen neuen Coach; nun gilt es, sich innerhalb von einer Woche aufeinander einzustellen. Dieses Wochenende sind die Ayinger spielfrei, am Sonntag in einer Woche geht es mit dem Auswärtsspiel beim Siebten SV Saaldorf weiter. "Für uns geht es darum, unsere Verletztenmisere zu überstehen, dann werden wir auch wieder erfolgreich sein", sagt Hartl. Mit Torjäger Benedikt Wohlschläger (Bänderverletzung), Torwart Lukas Herok (Kahnbeinbruch), Lukas Obermair (Syndesmosebandanriss), Max Credo (Faserriss) und Mario Briegel (Aufbautraining) sind einige Spieler im Krankenstand. Und dann hat der scheidende Trainer Stier auch noch angekündigt, Defensivspieler Lars Nummer mit zum BCF nehmen zu wollen.