Planegg:Hoffen auf ein Winterwunder

Planegg: Seit zwei Jahren liegt das Eiswunder in der Gemeinde Planegg brach. Nun wollen Eltern eine neue Anlage am Gymnasium.

Seit zwei Jahren liegt das Eiswunder in der Gemeinde Planegg brach. Nun wollen Eltern eine neue Anlage am Gymnasium.

(Foto: Robert Haas)

Eltern fordern mit mehr als 300 Unterschriften eine neue Eisfläche am Feodor-Lynen-Gymnasium. Das Geld für die Anlage ist im neuen Haushalt eingeplant.

Von Rainer Rutz, Planegg

Der Planegger Haushalt für 2024 ist unter Dach und Fach. Bevor er jedoch ohne Gegenstimmen am Donnerstag im Gemeinderat verabschiedet wurde, zeigten Eltern und Kinder der Grundschule Martinsried beispielhaft, was ihnen in diesem Jahr noch Jahr besonders wichtig ist. Der Elternbeirat der Schule überreichte dem überraschten Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU) eine Liste mit mehr als 300 Unterschriften für eine neue Eisfläche am Feodor-Lynen-Gymnasium.

Andrea Steinhilber, Vorsitzende des Elternbeirats, verwies dabei auf fehlende Sportmöglichkeiten für die Kinder im Freien und mahnte im Namen von Kindern und Eltern eine "zeitnahe Lösung" an. Die steht laut Nafziger vermutlich noch heuer an. Tatsächlich findet sich im Haushalt der Gemeinde ein Posten von 650 000 Euro für die beliebte, aber seit zwei Jahren brachliegende Eislauffläche. Dieser Betrag stand allerdings auch schon im Vorjahres-Etat und wurde nicht investiert.

Rathauschef Nafziger versprach: "Wir sind für alles gerüstet, alle Optionen sind offen." Der eingestellte Betrag könnte ein Anfang sein für eine größere Lösung: "Alle technischen Möglichkeiten stehen zur Diskussion." Und die werde demnächst im Gemeinderat stattfinden. Der Bürgermeister und auch seine Kämmerin Katharina Gaspers machten den Eltern Hoffnung, dass das neue Eiswunder schon in der kommenden Wintersaison in Betrieb gehen könnte. Bereits im vergangenen Herbst hatten Eltern dem Bürgermeister eine Unterschriftenliste mit etwa 600 Namen überreicht.

Planegg macht keine neuen Schulden

Ansonsten wurde der Etat in Höhe von etwa 124 Millionen Euro so beschlossen, wie er vor einigen Wochen im Hauptausschuss des Gemeinderats beraten worden war. Planegg muss weiterhin keine Schulden aufnehmen, es stehen auch für das Jahr 2024 viele Investitionen an. Zu den größten gehören der Zuschuss für die Verlängerung der U-Bahn nach Martinsried, Planungskosten für die Bebauung am Bahnhof, die Renovierung der Tiefgarage, die Sanierung von Kindergärten, Vereinszuschüsse in Millionenhöhe, der Rathausumbau sowie Ausgaben für den Klimaschutz.

"Kein Rekordhaushalt, aber doch ein sehr ordentlicher Etat", lobte stellvertretend für die meisten Gemeinderäte Fritz Haugg (FDP). Kritisiert wurde der nicht einkalkulierte Mehrbetrag in Höhe von 1,7 Millionen Euro für den Zweckverband Gymnasium Würmtal. Er war nötig geworden, weil eine falsche Berechnung der Zuschüsse in den vergangenen Jahren aufgedeckt worden war. Die Grünen forderten eine "Ursachenanalyse".

Felix Kempf (SPD) erinnerte daran, dass die Gemeinde Planegg immer noch keinen Jugendreferenten habe, die Stelle müsse bald ausgeschrieben werden. Im Übrigen gebe es in der Würmtalgemeinde keine Gründe, "die Situation schlechtzureden". Peter von Schall-Riaucour von der Gruppierung Pro Planegg und Martinsried (PPM) fürchtet, dass die für Planegg so wichtige Biotech-Branche "rückläufig" sein könnte. Angelika Lawo (Grüne Gruppe 21) lobte die wichtigen Zukunftsinvestitionen in "Kinder, Jugend, Ausbildung, Wohnen, Verkehr und Klima". Und Bürgermeister Nafziger kündigte an, in einigen Monaten werde der Klimamanager der Gemeinde, Jörg Degen, seinen Bericht zum Klimaschutz vorlegen.

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