Oberschleißheim:Gewerbegebiet stößt auf Kritik

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Oberschleißheim: Die Pläne für die Veterinärstraße haben Proteste in Oberschleißheim ausgelöst. Nun fühlt sich die Bürgerinitiative in ihrer Kritik bestätigt.

Die Pläne für die Veterinärstraße haben Proteste in Oberschleißheim ausgelöst. Nun fühlt sich die Bürgerinitiative in ihrer Kritik bestätigt.

(Foto: Catherina Hess)

Die Bürgerinitiative "Klima und Naturschutz in Schleißheim" sieht ihre Befürchtungen zum Verkehr durch die Veterinärstraße bestätigt.

Von Klaus Bachhuber, Oberschleißheim

Das geplante neue Oberschleißheimer Gewerbegebiet südlich der Dachauer Straße am westlichen Ortsrand stößt bei der Bürgerinitiative "Klima und Naturschutz in Schleißheim" auf kategorische Ablehnung. Insbesondere rügt die Initiative die befürchtete Verkehrsbelastung im Ort. Bestätigt sieht sich die Bürgerinitiative in ihrer Ansicht, dass die ebenfalls abgelehnte geplante Verbreiterung der Veterinärstraße zur Erschließung des Gewerbegebiets dienen soll und nicht der Verbesserung des Busverkehrs.

Bei der Planung für den Uni-Campus, die eine Rodung der Allee entlang der Veterinärstraße vorsieht, hatte sich die Bürgerinitiative gegründet. Die Rodung war stets mit dem Bedarf des Busverkehrs begründet worden. In der Bauleitplanung für das westlich angrenzende Gewerbegebiet gilt nun aber die Anbindung über St.-Hubertus- und Veterinärstraße als zentrale Erschließung während der Bauphase. Haupterschließungsstraße soll weiter eine Westumgehung von Oberschleißheim werden, die freilich noch nicht einmal im Verfahren ist.

Damit sei "die Katze aus dem Sack", klagt die Initiative in einer Stellungnahme zur Flächennutzungsplanänderung für das neue Gewerbegebiet, die noch bis Mittwoch, 30. November, im Rathaus für Anregungen und Einwände ausliegt. Da eine Anbindung über die geplante Umgehungsstraße im Westen, "wenn die überhaupt realisiert wird, in absehbarer Zeit nicht erfolgt, wird somit der gesamte Baustellenverkehr durch ganz Oberschleißheim über die St.-Hubertus-Straße erfolgen". Damit werde "die ohnehin schon grenzwertige Verkehrsbelastung zusätzlich verstärkt".

Bürgermeister Markus Böck (CSU) sagte auf Anfrage, es sei "immer klar gewesen, dass die Erschließung anfangs, bis zur Fertigstellung der neuen Straße, über die St.-Hubertus-Straße erfolgen muss". Für die dauerhafte Erschließung des Gewerbegebiets sei die St.-Hubertus-Straße allerdings "nicht leistungsfähig genug". Im Verkehrsgutachten zum Gewerbegebiet wird wegen der erwarteten Belastung an der Kreuzung von Sonnen- und Veterinärstraße freilich ein neuer Kreisverkehr empfohlen.

"Bei Lichte betrachtet werden die Verkehrsplanungen immer schlimmer."

Unterdessen moniert der Oberschleißheimer Joachim Dähler in einem offenen Brief an das Rathaus, dass die beiden Verkehrsgutachten zu Gewerbegebiet und Uni-Campus nicht aufeinander abgestimmt seien. So werde darin beispielsweise von unterschiedlichen Studentenzahlen als Berechnungsbasis ausgegangen. "Bei Lichte betrachtet werden die Verkehrsplanungen immer schlimmer", moniert Dähler. Die beiden Projekte hätten unbedingt zusammen gedacht, die Gutachten zusammengeführt und daraus ein übergreifendes Konzept gegossen werden müssen, argumentiert er.

Die Bürgerinitiative mit Ute Dreves, Friederike Forster, Gaby Hohenberger, Michaele Knoll-Sauer, Marianne Lehsau und Brigitte Scholle kritisiert zudem erneut die Lage des Gewerbegebietes im Landschaftsschutzgebiet. Im Umweltbericht zur Flächennutzungsplanung für das Gewerbegebiet sei zu lesen: "Gemeinsam mit den Vorhaben der Straßenplanung wird der Lebensraum für Offenlandarten erheblich eingeschränkt." Die Initiative fragt: "Wo bleibt der Artenschutz, Umweltschutz, Klimaschutz, Vermeidung Flächenverbrauch?" Stattdessen werde "für Einnahmen aus Gewerbe unwiederbringlich wertvoller Lebensraum für Mensch und Tier geopfert".

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