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Julian Nida-Rümelin:"Ich habe mich nie als OB-Kandidat gemeldet"

Die Liste der möglichen Ude-Nachfolger lichtet sich. Jetzt scheidet auch Julian Nida-Rümelin aus. Drei SPD-Bewerber sind nun noch im Rennen.

Bei der SPD lichten sich die Reihen möglicher OB-Kandidaten, die 2014 ins Rennen um die Nachfolge von Christian Ude geschickt werden könnten. Nachdem vor wenigen Wochen die Zweite Bürgermeisterin Christine Strobl aus persönlichen Gründen ihren Verzicht auf eine Kandidatur erklärt hatte, hat nun auch der frühere Kulturreferent und Kulturminister in der Regierung Schröder, Julian Nida-Rümelin, abgewunken.

Julian Nida-Rümelin, 2009

Bei Julian Nida-Rümelin, 56, wussten auch Parteifreunde nie so genau, ob er das Amt als Münchner OB wirklich haben will.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Er schließe eine Bewerbung "nach Lage der Dinge aus", sagte Nida-Rümelin und fügte hinzu: "Ich habe mich nie als Kandidat gemeldet." Damit bleiben eigentlich nur noch drei Namen übrig: Wirtschaftsreferent Dieter Reiter, SPD-Fraktionschef Alexander Reissl und der Münchner SPD-Chef Hans-Ulrich Pfaffmann.

Lange Zeit war Nida-Rümelin der heimliche Favorit Udes. Der Oberbürgermeister hat sich bis heute nicht offen zu seiner Nachfolge geäußert, jedoch im Sommer in einem SZ-Interview die Messlatte relativ hoch gelegt. Der OB-Kandidat der SPD müsse ein "Schwergewicht" sein, das weit über die SPD hinaus Wähler mobilisieren könne.

Dass Nida-Rümelin für Ude in diese Kategorie gehört, steht außer Frage, beide kennen und schätzen sich seit langem. Der Philosophieprofessor sitzt auch im SPD-Bundesvorstand. Doch im Laufe der vergangenen Monate sind Ude offenbar Zweifel gekommen, ob Nida-Rümelin der ideale Kandidat ist.

Das hängt zum einen mit dessen Alter zusammen: Nida-Rümelin wäre bei der Wahl 2014 schon 60 Jahre alt und könnte damit nur für eine Wahlperiode antreten (für Oberbürgermeister gilt eine Altersgrenze von 65). Er wäre also nur eine Übergangslösung. Zum anderen hat Nida-Rümelins erfolglose Kandidatur für das Amt des LMU-Präsidenten in der SPD für Befremden gesorgt. Sie war offenbar mit niemandem abgesprochen. "Das war nicht besonders klug eingefädelt", sagte ein hochrangiger SPD-Politiker zur SZ.

Udes neuer Favorit ist seit einiger Zeit Wirtschaftsreferent Reiter, der sich zuletzt stark in den Vordergrund gespielt hat. Die SPD steht vor dem Problem, sich rechtzeitig auf einen Bewerber zu einigen, um nicht als zerstritten dazustehen. Pfaffmann würde als Moderator des ganzen Prozesses wohl rechtzeitig den Weg frei machen, ob dies aber auch für Fraktionschef Reissl gilt, ist zweifelhaft.

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