München: Nahverkehr:Weitere Streiks - noch in dieser Woche

Stillstand beim MVG: Die Gewerkschaft GDL kündigt für die nächsten Tage Streiks im Münchner Nahverkehr an - nur über den genauen Termin schweigen sich die Organisatoren aus.

Marco Völklein

München - Noch im Laufe dieser Woche will die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) erneut den Nahverkehr in München bestreiken. Das hat Willi Russ, zweiter Vorsitzender der dbb Tarifunion, angekündigt, wann und wo es zum Ausstand kommen soll, sagt die Gewerkschaft noch nicht.

Russ verspricht jedoch, "diesmal die Fahrgäste rechtzeitiger zu informieren" als beim letzten Ausstand. Den Streik der Frühschicht-Fahrer am Freitag hatte die GDL sechs Stunden vor Streikbeginn angekündigt. Das Chaos blieb dennoch aus: Nach Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft fuhren 85 Prozent der U-Bahnen, bei Bussen und Trams sogar noch mehr.

Russ, der im Auftrag der GDL den Tarifstreit führt, zeigt sich aber weiterhin kampfbereit. Die Streikführer stoßen sich vor allem an Aussagen von Arbeitgebervertretern, die die GDL als "kleine Gruppe" und "winzige Organisation" bezeichnet hatten, wie zuletzt Münchens Oberbürgermeister Christian Ude. Nun sei man gezwungen, "eine tatsächliche Kraftprobe abzuliefern", so die GDL.

Der Arbeitgeberverband hält weiter an seiner harten Linie fest. Ein Tarifangebot an die GDL werde es nicht geben, erklärte Vize-Geschäftsführerin Anette Dassau: "Es liegt ein Tarifabschluss auf dem Tisch - und zwar kein schlechter", so Dassau. Diesen könne die GDL akzeptieren. Die GDL dagegen fordert einen finanziellen Ausgleich für überlange Pausen und geteilte Dienste, die bei den Fahrern anfallen.

© SZ vom 14.09.2010/tob
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