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Meine Woche:"Wir kriegen das hin"

Rektorin Susanne Sieben Grundschule Neubiberg

Susanne Sieben.

(Foto: Privat)

Rektorin Susanne Sieben freut sich in Neubiberg auf das Testen

Von Magdalena Scheck, Neubiberg

Neue Schulwoche, neue Herausforderungen - die Osterferien sind vorbei und die Testpflicht ist da. Von diesen Montag an müssen Schüler und Schülerinnen in Bayern, unabhängig vom Inzidenzwert in ihrem Landkreis, mindestens zwei Mal pro Woche ein negatives Testergebnis vorweisen, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu dürfen. Auch an der Grundschule Neubiberg werden die Lehrer und Lehrerinnen nun regelmäßig Selbsttests in den Klassen verteilen. "Ich freue mich auf die Woche und neue, ganz spannende Erfahrungen", sagt Rektorin Susanne Sieben . "Ich habe solche Tests selbst schon mehrere Male gemacht", erzählt Sieben.

Anhand von Erklär-Videos, die vom Kultusministerium veröffentlicht wurden, wurde auch das Kollegium bereits geschult. Jetzt dürfen die Kinder selbst ran. "Für Erstklässler könnte das schwierig werden, aber wir kriegen das hin", sagt die Schulleiterin.

Bereits vor den Ferien wurde in der Grundschule wöchentlich getestet, allerdings auf freiwilliger Basis. "Wir durften in den vergangenen Wochen um die 80 Prozent der Kinder testen, aber es gab auch klare Testverweigerer", erzählt Sieben. Die von der Staatsregierung ausgesprochene Testpflicht empfindet die Schulleiterin deshalb als beruhigend. "Das ist Vorsicht mit Vernunft", sagt Sieben, denn jede positive Infektion ziehe einen langen "Rattenschwanz" hinter sich her, vor allem in einer Grundschule, wo den kleinen Kindern das Abstandhalten sichtlich schwerfalle. Bisher habe sich an der Neubiberger Schule ein ausgereiftes Hygiene- und Abstandskonzept bewährt. Am letzten Schultag vor Ostern verzeichnete die Rektorin den ersten positiven Corona-Fall.

Jedoch bringt nicht nur die Organisation der Tests einen enormen logistischen Aufwand mit sich. Der Wechselunterricht, in dem momentan alle Klassen der Grundschule unterrichtet werden und die Notbetreuung bringen die Schule an ihre Grenzen. Deshalb unterrichtet auch die Rektorin persönlich, sonst würde das Lehrpersonal nicht ausreichen. "Wir müssen da alle unseren Beitrag leisten", sagt Sieben. Trotz der Strapazen der Pandemie erfüllt die Anfang 50-Jährige ihren Beruf seit zwölf Jahren mit Leidenschaft.

"Als Rektorin einer so großen Schule muss man immer flexibel sein. Wenn so viele Menschen jeden Tag an einem Ort sind, führt das dazu, dass man immer wieder zwischen Tür und Angel Entscheidungen treffen, völlig unerwartete Herausforderungen meistern muss und in Situationen gerät, mit denen man nicht rechnen konnte. Das finde ich, macht den Job so aufregend", erklärt Schulleiterin Sieben begeistert.

© SZ vom 12.04.2021
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