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Meine Woche:Wie man sich selbst austrickst

Ökotrophologin Claudia Osterkamp-Baerens.

(Foto: Privat)

Claudia Osterkamp-Baerens kennt sich mit Fasten aus

Von Angela Boschert, Ottobrunn

Eine stille Faschingswoche ist vorüber, der angebrochene Frühling lockt viele hinaus ins Freie. Manch einer bewegt sich vermehrt in der Natur, weil er zu Beginn der Fastenzeit seine Strandfigur in Angriff nehmen und weniger oder zumindest gesünder essen will. Was dabei helfen kann, weiß Ökotrophologin Claudia Osterkamp-Baerens (). Wichtig sei das Ziel, warum man abnehmen will, sagt die Ottobrunnerin. Dennoch dürfe es keine Quälerei sein. "Mein Tipp ist, bei den energiereichen Lebensmitteln erst einmal die zu reduzieren, auf die man leicht verzichten kann. Ob das eher kohlenhydratreiche sind wie Pasta oder Brot oder fettreiche wie Leberkäse oder Camembert ist für den Abnehm-Erfolg in der Regel nicht so ausschlaggebend", sagt die promovierte Ernährungsberaterin.

Entscheidend sei, dass man das Fasten durchhält, ohne das Gefühl zu haben, zu sehr auf etwas verzichten zu müssen, erklärt die ehemalige Leistungsschwimmerin, die in ihrer Praxis speziell Sportler am Olympiastützpunkt München zur Ernährung berät. Sehr effektiv sei das Weglassen von Chips, Pommes Frites, Kuchen, Schokolade, Krapfen und Ähnlichem. Will man sündigen, sollte es etwa bei nur wenigen Stückchen Schokolade bleiben, wobei man dafür an anderer Stelle etwas weglassen muss. Erfolgversprechender ist, derartige Dickmacher überhaupt nicht im Haus zu haben, sondern viel Gemüse einzukaufen und anstelle von Süßigkeiten zu essen.

Gemüse zuzubereiten, kann richtig Laune machen, etwa wenn man es mit einem Gemüsezerkleinerer schnipselt: "Als ich Jugendmannschaften betreut habe und wir zusammen gekocht haben, haben die Jugendlichen wegen dieses Geräts viel gelacht", erzählt Osterkamp-Baerens. Spaß sei ebenso wichtig wie regelmäßige Mahlzeiten. Dabei helfe, gemeinsam mit einem Partner oder Verbündeten kalorienarm und gesund zu kochen. Auch sei erwiesen, dass jeder beim Blick auf seinen Teller erkennt, ob er von der Menge darauf satt wird. Deshalb der Tipp: einen Teil der Nudeln durch kohlenhydratarmes Gemüse ersetzen. So nimmt man bei gleicher Essensmenge weniger Kalorien zu sich. Fazit: "Man muss schauen, wie man sich austricksen kann."

© SZ vom 22.02.2021
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