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Meine Woche:Sicheres Pflaster

Polizeichef Andreas Forster.

(Foto: Claus Schunk)

Grünwalds neuer Polizeichef hat seinen ersten öffentlichen Auftritt

Von Michael Morosow, Grünwald

Seit 1. April bereits ist Andreas Forster () Leiter der Polizeiinspektion 32 in Grünwald und damit zuständig auch für die Gemeinden Pullach, Straßlach-Dingharting, Baierbrunn und Schäftlarn. Inzwischen kennt der 57-Jährige Land und Leute recht gut, umgekehrt aber wissen die meisten der 33 000 in seinem Zuständigkeitsbereich lebenden Menschen noch wenig über ihn. Das liegt nicht zuletzt an den nach wie vor bedenklichen Infektionszahlen, deretwegen die für 26. Oktober in Pullach vorgesehene Bürgerversammlung und damit auch der übliche Bericht des Inspektionsleiters gecancelt wurde. Es wäre Forsters erste öffentliche Vorstellung gewesen. Am Dienstag dieser Woche wird diese aller Voraussicht nach nachgeholt werden, diesmal bei der Bürgerversammlung in der Aula des Gymnasiums Grünwald. Beginn ist um 19 Uhr.

Eine große Vorstellungsrunde wird es aber nicht werden, und Forster wird auch die Kriminal- und Verkehrsstatistik der PI 32 nicht öffentlich vortragen. Wegen der aktuellen Corona-Lage und auf Wunsch der Gemeinde hat er eine kurze schriftliche Zusammenfassung des Geschehens verfasst, die bereits in der Vorwoche im Isaranzeiger erschienen ist. "Ich werde am Dienstag nur eine Randfigur sein", sagt der in Unterhaching lebende Inspektionschef. Aber wenigstens eine körperlich anwesende Randfigur. Sowohl er selbst als auch sein Vertreter oder der Kontaktbeamte für Grünwald stehen laut Forster während der Veranstaltung, zu der sich bis zum Freitag 48 Teilnehmer angemeldet haben, für eventuelle Rückfragen zur Verfügung.

Wer wissen will, ob er angekommen sei in seinem neuen Wirkungsbereich, erfährt aus seinem Mund: "Ich habe mich gut eingelebt, es gefällt mir gut, alles passt", sagt Forster, der einst als Bereitschaftspolizist in Wackersdorf im Einsatz war und sich danach in München um Schwerkriminalität und Cybercrime kümmerte, ehe er die Leitung der Grünwalder Polizeiinspektion aufgetragen bekam.

Wer erfahren möchte, wie gefährlich das Leben in Grünwald aus polizeilicher Sicht denn aktuell sei, dem kann der Inspektionsleiter Erfreuliches mitteilen: "Tendenziell könnte 2020 der niedrigste Stand an registrierten Straftaten in den letzten fünf Jahren erreicht werden. Gut die Hälfte der Straftaten 2020 konnte aufgeklärt werden. Neue Kriminalitätstrends sind nicht festzustellen", lautet Forsters Bilanz. Ob und was er gefragt werden wird am Dienstag in Grünwald, weiß er natürlich nicht. Dass ihn bei der Bürgerversammlung einige nicht auf Anhieb als Polizeichef ausmachen können, ist dagegen unwahrscheinlich: "Ich erscheine mit meiner Dienstuniform", sagt Andreas Forster verschmitzt.

© SZ vom 09.11.2020
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