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Meine Woche:Neugierig auf Ideen der Kinder

Astrid Abou El Ela

Astrid Abou El Ela.

(Foto: Privat)

Astrid Abou El Ela organisiert Zukunftsgestalter-Wettbewerb

Von Anna-Maria Salmen, Unterhaching

Auch wenn in einer Gemeinde Erwachsene die Entscheidungen treffen, Kinder und Jugendliche gehören ebenfalls zum Ortsleben und haben ihre eigenen Wünsche und Ideen. Wie die Unterhachinger Kinder die Zukunft gestalten wollen, das möchte Astrid Abou El Ela () in den kommenden Wochen erfahren. Gemeinsam mit ihren Kollegen in der Abteilung Kinder und Jugend im Rathaus hat sie einen Wettbewerb organisiert, in dem junge Unterhachinger ihre Vorstellung für eine lebenswerte Gemeinde einbringen können.

Für die Altersgruppe der Zwölf- bis 21-Jährigen organisiert die Gemeinde bereits seit geraumer Zeit Jugendbefragungen. Was die jüngeren Unterhachinger sich wünschen, das kann auf diese Weise aber nur unzureichend erfasst werden. "Man kann zwar für die Kleinen auch eine Umfrage machen, aber da kann es dann doch vorkommen, dass das eher die Eltern ausfüllen", sagt Abou El Ela. "Ein Wettbewerb ist da die bessere Lösung."

In einem kleinen Heft haben die Kinder die Möglichkeit, alles zu notieren, was ihnen in ihrer Heimatgemeinde auf dem Herzen liegt. Unter anderem zu Themen wie Schule und Spielplätze, Entsorgung, Baustellen oder Verkehr sollen sie ihre Ideen aufschreiben. Die Aktion verfolgt laut Abou El Ela zwei Ziele: "Zum einen bekommen wir als Gemeinde Infos darüber, was den Kindern gefällt und was ihnen fehlt. Zum anderen haben die Kinder die Möglichkeit, aktiv mitzuwirken und ihre Wünsche einzubringen." Ganz bewusst sei der Wettbewerb daher offen gehalten - jede Idee ist Abou El Ela und ihren Kollegen willkommen. "Die Kinder können ihren Gedanken freien Lauf lassen."

Besonders wichtig war es Abou El Ela auch, dass die Kinder selbst Verantwortung übernehmen. Gleich auf den ersten Seiten des Heftes findet sich daher ein Vertrag, abgeschlossen zwischen der Gemeinde Unterhaching und dem Teilnehmer des Wettbewerbs. "Es soll eine gegenseitige Sache sein: Die Gemeinde macht etwas, aber auch die Kinder sollen sich verantwortlich fühlen." So sollen sie nicht nur notieren, was sie sich für ein kinderfreundliches Unterhaching wünschen, sondern auch, was sie selbst im Alltag dafür tun können.

Die Unterhachinger Kinder können sowohl einzeln als auch in Gruppen am Wettbewerb teilnehmen. Alle Beiträge werden im Anschluss an die Aktion ausgewertet, kündigt Abou El Ela an. Unter den Teilnehmern werden unter anderem Eintrittskarten für das Freibad und Büchergutscheine verlost. Die Gruppenbeiträge werden von einer Jury bewertet, die Teilnehmer mit den besten Ideen können etwa eine Stadionführung bei der Spielvereinigung Unterhaching gewinnen. Der Zukunftsgestalter-Wettbewerb geht bis Anfang Dezember. Die Heftchen sind im Rathaus und in Schulen und Nachmittagsbetreuungen zu haben.

© SZ vom 02.11.2020
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