Meine Woche:Millimeterarbeit mit dem Autokran

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(Foto: Grüne)

Uwe Anderssohn koordiniert den Einbau eines MRT in Ottobrunn

Von Daniela Bode, Ottobrunn

Andere würden bei einem so anspruchsvollen Transport eines so hochsensiblen Geräts wahrscheinlich ins Schwitzen kommen. Nicht so Projektmanager Uwe Anderssohn von der Herstellerfirma Siemens-Healthineers. Er bleibt gelassen, obwohl es um Millimeterarbeit gehen wird und viele Details passen müssen, wenn an diesem Dienstag ein hochmoderner Kernspintomograf, auch bekannt als MRT, in der radiologischen Praxis im Haidgraben in Ottobrunn angeliefert und eingebaut wird. "Ich bin mir sicher, dass ich sehr entspannt sein werde, weil wir günstige Bedingungen haben", sagt Anderssohn, der das Ganze zu koordinieren hat. Schließlich hat er 25 Jahre Erfahrung in dem Bereich.

Morgens um 8 Uhr wird Anderssohn bereits in Ottobrunn sein. Denn dann wird das 1,90 Meter breite und 2,20 Meter hohe und lange Gerät samt Zubehör mit einem luftgefederten Lastwagen angeliefert. Der Transport muss möglichst vibrationsarm ablaufen, damit nichts beschädigt wird. "Um es vom Lkw zu heben, brauchen wir einen Autokran, weil der Magnet in der Röhre vier Tonnen wiegt", sagt der Projektmanager. Bei dem Gerät handelt es sich um eine fortentwickelte Variante eines offenen Kernspintomografen mit einer weiten Röhre, bei dem unter anderem Untersuchungen viel schneller und leiser ablaufen als bei bisherigen Modellen und das sich besonders für Menschen mit Platzangst eignet. Mit dem Abladen ist es natürlich nicht getan. Es muss sogar ein 2,50 mal 2,50 Meter großes Teil der Fassade am Gebäude ausgebaut werden, um die Maschine in die Praxis befördern zu können. "Wir haben die glückliche Situation, dass wir eine Glasfassade haben und die Praxis im Erdgeschoss liegt", sagt der Koordinator. Kein Vergleich zu anderen Transporten solcher MRTs - um die 160 hat der Projektmanager schon betreut -, wo auch schon Mauerteile aus dem Gebäude herausgenommen werden mussten. Wegen des Gewichts werden die drei Meter Transportweg von der Abladestelle bis zum Gebäude im Haidgraben mit Stahlblechen ausgelegt. Dann wird das Gerät "mit Manpower und vier Schwerlastrollen" in den Praxisraum gebracht. Mittags, meint der Projektmanager, dürfte die Maschine stehen.

Anderssohns Job ist damit längst nicht getan. Schließlich überwacht er die Arbeiten, bis die Praxis in etwa zwei Wochen mit der Maschine arbeiten kann. Es bleibt knifflig, denn nun heißt es, den Magneten möglichst schnell an den Strom anzuschließen - er braucht etwa so viel wie zwei Hausanschlüsse. Zudem muss der Tank mit flüssigem Helium, der zur notwendigen Kühlung im Gerät dient, möglichst schnell mit einem Überdruckventil verbunden werden, dass möglicherweise austretendes Gas an einer ungefährlichen Stelle entweichen kann. "Ich stehe in ständigem Kontakt mit den Leuten, weil diverse Dinge passieren können", sagt er.

© SZ vom 09.08.2021
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