bedeckt München 21°

Meine Woche:Das Ende eines langen Wegs

Manuel Kleinhans, Pfarrer im Pfarrverband Aying.

(Foto: Privat)

Manuel Kleinhans übernimmt die Pfarreien Aying und Höhenkirchen

Von Carla Bihl

Es ist ein besonderes Jahr, in dem Manuel Kleinhans (Foto: privat) seinen Dienst als Pfarradministrator in den Gemeinden Aying-Helfendorf und Höhenkirchen antritt. Das sieht der 36-Jährige, der bis dato Pfarrvikar in Fürstenfeldbruck war, selbst so. Pfarrvikar, das bedeutete, der Stellvertreter zu sein, nicht die Leitung zu haben, jedoch schon allerlei Pflichten wie Gottesdienste und die Sakramente zu übernehmen. Am 1. September ändert sich das jedoch für den studierten Musiker. Als Pfarradministrator leitet er die beiden Pfarreien, die er nun übernimmt, auch wenn er sich selbst eher als den musischen, weniger als den administrativen Typ bezeichnet. Erst wenn er sich in den nächsten Jahren bewährt, wird er zum Pfarrer, auch wenn ihn sicher jetzt schon viele so nennen werden.

Durch verschiedene Erfahrungen und Erlebnisse hat Kleinhans nach eigenen Angaben den Weg zur Theologie gefunden: "Das war ein relativ langer Weg." Erst zur Hälfte seines Theologie-Studiums sei er ins Priesterseminar eingetreten. Nach dem Studium in München ging es zur praktischen Ausbildung nach Moosburg an der Isar. Danach war er drei Jahre Kaplan in München und schließlich zwei Jahre Pfarrvikar im Pfarrverband Fürstenfeld. Aufgewachsen neben einer Kirche in Laim und schon immer von der Musik beeindruckt, wurde Kleinhans vor allem vom Weltjugendtag 2005 so richtig mitgerissen: "Da habe ich das erste Mal so ein bisschen gemerkt, dass die Kirche größer ist als das, was man sozusagen vor Ort erlebt."

Zu seinen Aufgaben in Aying und Höhenkirchen gehören die Versorgung des Gebietes und der Gemeinden. Heißt also Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen und auch Koordination. "Es geht auch um die Motivierung der Ehrenamtlichen, weil man natürlich den Laden nicht alleine schmeißen kann", sagt Kleinhans. Außerdem möchte er schauen, wie man das Internet noch stärker miteinbeziehen kann, beispielsweise für Videoimpulse bei der Erstkommunion oder der Firmvorbereitung: "Das ersetzt natürlich nicht die direkte Begegnung, aber ich glaube spätestens seit Corona wissen wir, dass wir dieses andere Standbein nicht brach liegen lassen dürfen." In erster Linie gehe es ihm aber darum, den Menschen die Freude am Glauben zu vermitteln. In der Kirche erkennt er auch ein Generationenproblem: "Im Moment dominiert natürlich ein bisschen die ältere Generation und die Jüngeren haben das Gefühl, sie können sowieso sagen, was sie wollen, sie kommen nicht gegen die Älteren an." Vereine von damals könnten zudem nicht mehr in der Fülle besetzt werden. Aber auch das motiviere ihn. Etwa die kommenden 15 Jahre will Kleinhans die Leitung der zwei Gemeinden übernehmen, ob bis zum Ruhestand, das könne er jetzt noch nicht sagen. Aber er fühlt sich angekommen: "Im Prinzip ist das, wie wenn man sich für einen Ehepartner entscheidet. Es ist etwas Schönes, wenn man nach einem relativ langen Weg auch weiß, wo man hingehört.

© SZ vom 31.08.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite