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Meine Woche:Blumen für die Seele

Mariele Ertl.

(Foto: Claus Schunk)

Mariele Ertl hofft auf viele Kunden zum Valentinstag

Von Magdalena Scheck, Unterhaching

Alles ist anders in diesem Jahr - der Valentinstag am kommenden Sonntag fällt in den Lockdown und das erschwert lokalen Blumenhändlern das Geschäft, an einem ihrer wichtigsten Verkaufstage. "Es nützt alles nix," sagt Mariele Ertl (), Inhaberin des gleichnamigen Blumenhauses in Unterhaching. "Man muss froh sein um das, was man noch tun kann und tun darf."

Seit 1996 leitet die Blumenhändlerin das Familienunternehmen, doch im vergangenen Jahr hat sich ihr Arbeitsalltag grundlegend verändert. Die Wünsche der Kunden zu erfüllen, "das ist das Elixier unserer Arbeit", erzählt Ertl. Schwierigkeiten dabei bereitet aktuell vor allem die Beratung der Kunden am Telefon oder per E-Mail, denn mit Worten zu beschreiben, was sich die Kunden im Laden einfach ansehen könnten, ist nicht ganz einfach. Um den Bestellprozess zu erleichtern, sind die Mitarbeiterinnen kreativ geworden: Auf ihrer Facebook-Seite "Blumenhaus Ertl" präsentieren sie Fotos von bunten Sträußen. Diese können den Kunden auch zur Inspiration dienen, für den Fall, dass es am Tag der Liebe doch einmal etwas anderes sein soll als "der Klassiker", die rote Rose. Denn die ist an diesem Tag immer noch am beliebtesten, weiß die erfahrene Floristin. Für den Valentinstag können Kunden am Wochenende an drei verschiedenen Punkten im Laden zeitversetzt ihre Bestellungen abholen. Außerdem hat die Inhaberin das Team der Lieferanten vergrößert, um schnellstmöglich ausliefern zu können, hauptsächlich nach Unterhaching, Taufkirchen, Ottobrunn, aber bei Bedarf auch bis nach Oberhaching, Neubiberg und Neuperlach. Generell arbeiten die Unterhachinger Blumenhändlerinnen trotz der aktuellen Situation täglich im Laden, auch wenn die Aufträge noch nicht so häufig eintreffen wie früher.

In den vergangenen Wochen war die Angst und Unsicherheit der Kunden spürbar, doch es geht wieder bergauf: "Jetzt kommen die Leute wieder, haben gefühlt weniger Angst und auch wieder das Bedürfnis nach frischen Blumen für die Seele, oder als kleine Freude für jemanden, der alleine ist", erzählt Mariele Ertl. Natürlich wird das vor allem am Valentinstag gelten. Das Geschäft ist zwar "zäher", trotzdem klingt Ertl optimistisch: "Wir hoffen sehr darauf, dass wir unsere Kunden bald wieder hier begrüßen dürfen. Es ist schon arg leer hier!"

© SZ vom 08.02.2021
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