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Kommunalwahl in Sauerlach:Die CSU geht leer aus

Die CSU ist die stärkste Kraft im Sauerlacher Rathaus, bleibt aber ohne Bürgermeisterposten.

(Foto: Claus Schunk)

Unabhängige und Grüne stellen in Sauerlach den Zweiten und Dritten Bürgermeister

Die Rathausmitarbeiter Josef Mayer und Norbert Hohenleitner haben die 21 Stimmzettel aus der Wahlurne mit ihren weiß-blauen Rauten soeben auf dem Tisch ausgeleert, nun türmen sie die Papiere zu zwei Stapeln - einer für Wolfgang Büsch (Grüne), der andere für Michael Hohenleitner (CSU). Auf den ersten Blick ist kaum erkennbar, wer sich bei dieser Wahl des Dritten Bürgermeisters in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats durchgesetzt hat. Doch nach der Auszählung verkündet die wiedergewählte Bürgermeisterin Barbara Bogner von der Unabhängigen Bürgervereinigung Sauerlach (UBV) das Ergebnis: zwölf Stimmen für Büsch, neun für Hohenleitner.

Das gleiche Ergebnis hat es zuvor schon bei der Wahl des Zweiten Bürgermeisters gegeben - zugunsten von Klaus Zimmermann (UBV), der sich ebenfalls gegen Michael Hohenleitner durchsetzte. Somit steht nun endgültig fest, dass die CSU bei der Kommunalwahl im März zwar die meisten Stimmen aller Parteien erhalten hat, aber bei der Vergabe der Bürgermeisterposten leer ausgeht - anders als noch in der vergangenen Amtsperiode des Gemeinderats, als Robert Lechner (CSU) hinter Zimmermann zweiter Stellvertreter der Rathauschefin war.

"Wir sind der Meinung, dass wir als größte Fraktion eigentlich einen Bürgermeister stellen sollten", kommentiert CSU-Ortsvorsitzender Markus Hoffmann hinterher das für seine Partei so enttäuschende Ergebnis. Ihm zufolge habe es im Vorfeld keine festen Absprachen zwischen den Fraktionen gegeben. "Aus meiner Sicht war es weitgehend unklar, wie es heute ausgehen wird."

Dass das Stimmenergebnis gleich zweimal zwölf zu neun lautet, legt den Verdacht nahe, dass UBV und Grüne - sie verfügen zusammen über elf Sitze im neuen Gemeinderat - in beiden Wahlen einheitlich für ihre zwei Kandidaten gestimmt haben. Jedoch betont Klaus Zimmermann, dass es keine fixe Vereinbarung gegeben habe. "Es ist unter den Fraktionen natürlich geredet worden", sagt der UBV-Vorsitzende. "Aber es gab keine Absprache zwischen uns und den Grünen." Letztere stellen nun also nicht nur vier statt bislang drei Gemeinderäte, sondern auch den Dritten Bürgermeister in Wolfgang Büsch, der dieses Amt bereits von 2008 bis 2014 innehatte. Die CSU ist mit sieben Sitzen in dem Gremium vertreten, während die UBV sechs Mandate hat - plus das Bürgermeisteramt. Dazu gehören dem Gemeinderat zwei Vertreter der SPD sowie Ursula Gresser von der FDP an.

Zu Beginn der Sitzung, die wegen der Corona-Auflagen in der Mehrzweckhalle stattfindet, hat Barbara Bogner insgesamt neun neue Gemeinderäte vereidigt - fast die Hälfte des 20-köpfigen Gremiums. Zuvor hat die zum zweiten Mal wiedergewählte Bürgermeisterin in ihrer Eingangsrede betont, dass der Gemeinderat angesichts der Corona-Krise vor "immensen Herausforderungen" stehe. "Wir werden mit finanziellen Einbrüchen in den Kommunen zu rechnen haben. Und wir werden uns auf das Notwendigste beschränken müssen", sagt die Rathauschefin. "Aber wir leben in Sauerlach im Landkreis München und werden damit auch weiterhin Vorteile haben, von denen andere Regionen nur träumen können."

Zugleich äußert die Bürgermeisterin ihre Freude darüber, dass jede Gruppierung des neuen Gemeinderats mindestens ein weibliches Mitglied in ihren Reihen hat. Zusammen mir ihr säßen nunmehr sieben Frauen in dem Gremium, betont Barbara Bogner - "so viele waren es in Sauerlach noch nie!"

© SZ vom 14.05.2020

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