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Immobilien:Transparenter Wohnungsmarkt

CSU und SPD wollen qualifizierten Mietspiegel für Taufkirchen

Wer in Immobilienportalen nach Mietwohnungen in Taufkirchen sucht, findet dort stets eine Reihe von Einträgen - jedoch zu saftigen Preisen. Für die neugebaute Drei-Zimmer-Wohnung mit 85 Quadratmetern werden beispielsweise 1490 Euro monatliche Kaltmiete fällig; das 42 Quadratmeter große Ein-Zimmer-Apartment im dritten Stock soll 815 Euro kosten. Um hier für mehr Vergleichbarkeit zu sorgen, wollen die Taufkirchner Fraktionen von CSU und SPD einen qualifizierten Mietspiegel erstellen lassen. In dem gemeinsamen Antrag an den Gemeinderat heißt es: "Taufkirchen ist als eine Gemeinde mit einem angespannten Wohnungsmarkt eingestuft." Ein qualifizierter Mietspiegel - also eine repräsentative Darstellung der Mieten nach Baujahr, Wohnungsausstattung und -größe sowie Lage - brächte den Bürgerinnen und Bürgern "größere Transparenz".

Die Kosten für die Erstellung eines solchen Zahlenwerks schätzen CSU und SPD auf 20 000 Euro. In der Folge müsste der Mietspiegel alle zwei Jahre überarbeitet werden, wofür circa 3000 Euro fällig würden. Einen qualifizierten Mietspiegel, der nach wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt wird, gibt es aktuell in kaum einer Kommune im Landkreis München. Eine Ausnahme stellt hier die Stadt Garching dar, wo im Mai eine Neufassung des Zahlenwerks vorgestellt wurde. Demnach betrug die durchschnittliche Nettokaltmiete dort 12,05 Euro je Quadratmeter. Generell soll ein qualifizierter Mietspiegel die ortsübliche Vergleichsmiete abbilden. Er hat zwar keine Auswirkungen auf die Festsetzung der Preise bei Neuvermietungen, dient aber der Überprüfung von deren Angemessenheit. Zudem wird der qualifizierte Mietspiegel als Maßstab bei Mieterhöhungen herangezogen.

© SZ vom 22.01.2021 / stä
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