Grünwald:Auf dem Mahag-Grundstück bleibt alles beim Alten

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Die Grünen blitzen mit ihrer Vision eines Bürgerparks an der Südlichen Münchner Straße ab.

Von Udo Watter, Grünwald

Die Vision klingt verheißungsvoll: Ein Bürgerpark im Zentrum mit einem neuen Bürgersaal. Aufwertung des Ortsbilds, grüne Zonen im urbanen Raum. 100 Prozent ökologische Bauweise. Ja, sogar von einem "kleinen Jardin du Luxembourg" ist träumerisch die Rede im Antrag der Grünwalder Grünen, der die Überplanung des ehemaligen Mahag-Grundstücks an der Südlichen Münchner Straße 12 bis 14 zum Inhalt hat. Allein, die anderen Fraktionen im Gemeinderat konnten sie damit nicht überzeugen. Mit 20 zu vier Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.

Die deutliche Mehrheit des Gremiums wie auch die Verwaltung sehen gerade weder eine Notwendigkeit noch den richtigen Zeitpunkt, an der Nutzung des von der Gemeinde 2011 erworbenen Grundstücks und der nicht mehr ganz taufrischen Gebäude darauf etwas zu ändern. Laut Bauamtsleiter Stefan Rothörl werden in den Häusern regelmäßig Asylsuchende und Flüchtlinge untergebracht, unter anderem residieren der Helferkreis und das Reparaturcafé dort. Zudem ist die Post übergangsweise eingezogen, und auch als Ort zum Unterstellen und Lagern von Gerätschaften, Fahrzeugen oder Fundrädern dient das Gelände, etwa für den Bauhof und den TSV Grünwald.

"Alle diese Nutzungen sind heute nicht mehr aus dem ehemaligen Mahag-Gelände wegzudenken", sagte Rothörl. Bei einer Überplanung müssten an anderer Stelle Ersatz angeboten werden. Daneben verwies er darauf, dass in Grünwald ein großes Freizeit- wie Kulturangebot bereits vorhanden seien. Das Areal soll als Vorratsgrundstück also erst einmal behalten werden. Etliche Gemeinderäte, ob von CSU, FDP oder SPD stimmten tendenziell Rothörls Ausführungen zu und betonten, dass die Überplanung eher Aufgabe der "nächsten Generation" des Gemeinderats sei. Oliver Schmidt (parteifrei) meinte mit Blick auf die zentrale verkehrstechnische Lage: "Ich glaube nicht, dass da ein Jardin du Luxembourg entstehen kann." Die Grünen, die auf die allenfalls eingeschränkte Nutzung des Grundstücks sowie die teils "verschimmelten" Gebäude aufmerksam machten, wollen zumindest einen Prozess in Gang bringen: "Unser Antrag sollte auch ein Denkanstoß sein", sagte ihre Gemeinderätin Bettina Schreyer.

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