Mitten in Grünwald:Unauffällige Ausreißer

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Aus dem Damwildgehege in Wörnbrunn sind mehrere Tiere ausgerissen. (Foto: Claus Schunk)

Warum ein Hirsch im Wald manchmal genauso fehl am Platz ist wie ein Känguru.

Kolumne von Iris Hilberth, Grünwald

In Meilitz wird seit Januar ein Känguru vermisst. Das Wallaby-Weibchen heißt Amy und ist einfach abgehauen. Vermutlich fällt es auf, wenn es irgendwo im Saale-Orla-Kreis herumhüpft. Denn der Südosten Thüringens war bisher eher nicht als bevorzugter Lebensraum von Beuteltieren bekannt. Man kann sich da aber auch täuschen.

Vielleicht werden Kängurus in diesem Landstrich längst als normal wahrgenommen und es wundert sich niemand mehr, wenn Australiens Nationaltier hier unterwegs ist. Schließlich ist im vergangenen Mai aus dem Tiergarten in Sonneberg auch ein Känguru ausgebüxt, das dann immer wieder mal ins Gehege zurückkehrte, um dann wieder von dannen zu hüpfen. Einfacher einfangen ließ sich dort 2020 das Bennet-Känguru-Männchen "Speedy", als es gerade in einem Pool ein Bad nahm. In Thüringen denkt man daher schon darüber nach, den Löwen im Wappen durch ein Känguru zu ersetzen.

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Andere seltsame Tiere fallen schon eher auf. Der Berberaffe Louis etwa, der vergangene Woche im Tierpark Niederfischbach entwischte. Auch von Zirkuselefanten und Kamelen liest man immer wieder, die alleine durch Wohnviertel stampfen und dort natürlich sofort als Ausreißer wahrgenommen werden. Manchem freiheitsliebenden Tier bekommt ein solcher Ausflug weniger. Im Sauerland etwa sind im vergangenen Sommer zwei griechische Schildkröten ausgerissen, Schorsch und Amanda. Für Amanda ging die Sache nicht gut aus, denn ihr Finder dachte, sie sei eine Wasserschildkröte und steckte sie in ein Aquarium.

Wie bei den Kängurus in Thüringen kann man bei machen Tieren, die man so alleine unterwegs antrifft, nicht ausmachen, ob die da nun hingehören. Bei Katzen ist man sich vielleicht unschlüssig, bei Hirschen im Wald hingegen geht man in der Regeln erst einmal davon aus, dass sie sich in ihrem natürlichen Umfeld bewegen.

So ist das etwa der Grünen-Gemeinderätin Ingrid Reinhart-Maier aus Grünwald gegangen, die beim Spaziergang im Wald drei Damhirschen begegnete. Zwar wunderte sie sich ein wenig, dass die nicht gleich davonliefen. Aber Hirsche im Forst sind so ungewöhnlich eben nicht. Was Reinhart-Maier zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: In Wörnbrunn waren im Dezember bei einem Sturm Bäume auf den Zaun des Damwild-Geheges gefallen, was einige Tiere für einen Ausflug nutzten. Nicht alle sind zurückgekehrt, ein Hirsch musste gar erschossen werden, nachdem er sich bei einem Unfall auf der M 11 schwer verletzt hatte. Bei einem Känguru wäre die Gemeinderätin vermutlich eher stutzig geworden. Grünwald liegt schließlich nicht in Thüringen.

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