Gräfelfing:Das Rathaus bleibt eine Baustelle

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Gräfelfing: Das Gräfelfinger Rathaus wurde Ende der Sechzigerjahre im Stil des Brutalismus gebaut.

Das Gräfelfinger Rathaus wurde Ende der Sechzigerjahre im Stil des Brutalismus gebaut.

(Foto: Catherina Hess)

Eigentlich sollte die Sanierung im November abgeschlossen sein. Doch die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Sommer nächsten Jahres.

Von Annette Jäger, Gräfelfing

Alte Gebäude zu sanieren, ist immer eine Unternehmung mit Überraschungseffekt. Nicht anders ist es bei der Sanierung des Rathauses in Gräfelfing. Eigentlich wollte die Gemeindeverwaltung, die in Teilen seit Monaten ausgelagert ist, im November wieder ihren gewohnten Betrieb aufnehmen, doch daraus wird nichts. Die Bauarbeiten werden noch bis zum Sommer 2023 dauern, gab Bürgermeister Peter Köstler (CSU) bekannt. Ständig tauchen neue Problemfelder auf, die spontanes Reagieren erfordern.

Neue Fenster hat das über 50 Jahre alte Rathaus bereits, auch einen neuen Aufzug - beides wurde im ersten Bauabschnitt der Sanierung Ende vergangenen Jahres fertiggestellt. Der zweite Bauabschnitt gestaltet sich nun komplizierter. Im Zentrum steht die Dachsanierung und die Regenentwässerung. Doch wo immer eine Decke geöffnet oder eine Kernbohrung nötig wird, entstehen neue Aufgaben: Elektroleitungen müssen verlegt werden, zusätzliche Brandschutzmaßnahmen oder Schadstoffgutachten werden nötig. Die Arbeiten dauern noch monatelang.

Der Gemeinderat wird wohl im Gymnasium tagen

Teile der Verwaltung bleiben deshalb vorerst in anderen gemeindlichen Gebäuden: Das Einwohnermeldeamt, das Ordnungsamt mit Kinderbetreuung, das Amt für Soziales und die Friedhofsverwaltung sind in der Bahnhofstraße 93 zu finden, das Standesamt ist im alten Rathaus, Bahnhofstraße 6, untergebracht. Die Ämter für Umwelt, Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftsförderung in der Freihamer Straße 2. Nicht alle Bürger hätten das bisher verinnerlicht, sagt Köstler. Wer nie die Dienste des Rathauses benötigt und dann nur seinen Pass verlängern möchte, steht überrascht vor verschlossenen Rathaustüren.

Dass die Baumaßnahmen länger dauern, erfordert auch eine neue Lösung für die Sitzungen des Gemeinderats und seiner Ausschüsse. Derzeit tagen diese im Bürgerhaus. Doch das Haus wird zu Beginn des kommenden Jahres auch saniert und deshalb leer geräumt. Dann müssen die Gemeinderäte weiterziehen, vermutlich treffen sie sich dann laut Köstler in der Aula des Kurt-Huber-Gymnasiums.

Wenn das Rathaus endlich fertig ist, geht es gleich weiter: Im Herbst 2023 soll mit der Errichtung des Anbaus an die Rückseite des Rathauses begonnen werden, um unter anderem sieben neue Büros zu gewinnen. "Wir brauchen den Platz, wir klären viele Dinge auf kurzen Wegen, die Ämter sind alle verzahnt", sagte Köstler.

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