Einkaufen in Garching Alles auf einer Karte

Salvatore Disanto (ganz rechts) bei der Präsentation des Garchinger Geldes, dem Einkaufsgutschein, mit dem die Bürger bezahlen können.

(Foto: Stephan Rumpf)

Garchinger Geschäftsleute legen einen gemeinsamen Einkaufsgutschein auf. Er soll die Kaufkraft in der Stadt binden und auch den Kunden Vorteile bringen.

Von Gudrun Passarge

Eine Scheckkarte, die das Konto nicht belastet, eine Scheckkarte, mit der man Schuhe kaufen kann oder eine Leberkässemmel: Der Garchinger Einkaufsgutschein macht's möglich. Der Gewerbeverband will am 22. Juni mit seinem Projekt starten. Bezahlen können die Garchinger mit dem Ersatzgeld in mehr als 80 Geschäften.

Dabei hat der Gewerbeverband das Ziel, die Kaufkraft in Garching zu bündeln. "Wir wollen aber nicht nur für die Geschäftsleute etwas tun, sondern wir wollten auch den Bürgern ein kleines Geschenk machen." Die Garchinger könnten die Gutscheine als Präsent nutzen, "das liegt im Trend", sagte Salvatore Disanto, Vorsitzender des Gewerbeverbands.

Disanto wies bei der Vorstellung des Einkaufsgutscheines auf die lange Historie des Projekts hin. "Wir haben versucht, eine pragmatische Lösung zu finden." Wichtig war dem Verband, weder die Geschäfte, noch die Bürger finanziell zu belasten. Mit Hilfe eines starken Sponsors, der Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg, sei das auch gelungen. Die Garchinger können künftig in eine der Ausgabestellen gehen, etwa zur Information im Rathaus, und sich Gutscheine im Wert von je zehn Euro kaufen.

Vorbild ist die Partnerstadt Radeberg

Das neue Garchinger Geld ziert ein Foto des Wasserturms, außerdem sind alle markanten Bauwerke der Universitätsstadt, von den Kirchen bis zum Turm der Musikschule, auf der Karte mit weißen Linien aufgezeichnet. Auch die Stadt ist mit ihrem Wappen vertreten. Sie unterstützt das Projekt, wie Zweiter Bürgermeister Alois Kraft betonte. Er erinnerte an die Partnerstadt Radeberg, die ein ähnliches System seit längerem erfolgreich betreibe.

Die Gutscheine können in allen teilnehmenden Geschäften als Zahlungsmittel eingesetzt werden, eine Barauszahlung sei allerdings nicht möglich, betonte Disanto. Wer also von Tante Frieda Scheckkarten geschenkt bekommen hat, kann damit zum Friseur gehen, eine Pizza essen oder sich die Nägel bemalen lassen. Kostet das Vergnügen mehr als der Gegenwert der Scheckkarten, muss man etwas drauflegen. Umgekehrt allerdings gilt: Wer etwas für acht Euro kauft, bekommt kein Geld heraus.

90 Prozent der Geschäfte machen mit

Disanto zeigte sich positiv überrascht, dass etwa 90 Prozent der Einzelhändler mitmachten. Vielleicht kämen auch noch ein paar dazu. In einem Flyer stehen alle Geschäfte aufgelistet, ein guter Überblick auch für Neubürger oder Einpendler, was es in Garching alles zu kaufen gibt. Bis auf eine Modeboutique für Männer sei fast alles dabei, sagte Disanto. Er pries die Scheckkarte auch als Möglichkeit für Vereine oder die Stadt, bei besonderen Anlässen solche Gutscheine zu verschenken.

Der Chef des Gewerbeverbands sieht das Projekt als langfristige Geschichte: "Das wird die nächsten 1000 Jahre so weiterlaufen." Möglich wären auch eines Tages Scheckkarten mit 20 oder 50 Euro. Die Geschäftsleute jedenfalls sind schon gespannt darauf, wie die Garchinger ihr neues Geld annehmen. Albert Pradler vom Werkmarkt Pradler will in einem Jahr erste Bilanz ziehen. "Aber wir verlieren nichts, wir können nur gewinnen."

Die Garchinger Einkaufsgutscheine sind vom 22. Juni an erhältlich beim Werkmarkt Pradler, Münchener Straße 34, an der Information im Rathaus und bei Mei Wirtshaus in Hochbrück, Hohe-Brücken-Straße 29.