Investorenprojekt:Feldkirchner vermissen ein Konzept

Das Meinungsbild zum umstrittenen Seniorenzentrum zeigt: Es wird für überdimensioniert gehalten. Der Ruf nach vorausschauender Planung wird laut.

Von Anna-Maria Salmen, Feldkirchen

Investorenprojekt: Die Bürger schauten bei der Dialogveranstaltung ganz genau hin. Jetzt wurden die Stellungnahmen ausgewertet.

Die Bürger schauten bei der Dialogveranstaltung ganz genau hin. Jetzt wurden die Stellungnahmen ausgewertet.

(Foto: Claus Schunk)

Zu groß, zu hoch, zu wenig Grün - seit beinahe einem Jahr sind es immer wieder dieselben Bedenken, die die Gegner des geplanten Seniorenheims in der Münchner Straße 22 in Feldkirchen vorbringen. Auch die nun ausgewerteten und im Gemeinderat präsentierten Ergebnisse des im März durchgeführten Bürgerdialogs bestätigen diese Kritikpunkte: Insgesamt sehe zwar die Mehrheit der Besucher die Notwendigkeit für ein Seniorenheim in Feldkirchen, so Philipp Heimerl vom Kommunikationsbüro Hendricks & Schwartz, das die Informationsveranstaltung für die Gemeinde organisierte. Dennoch geben die zahlreichen Rückmeldungen Aufschluss über Sorgen, Ängste und Wünsche.

Als im vergangenen Sommer öffentlich wurde, dass vier Investoren auf dem Grundstück an der Münchner Straße ein Seniorenheim errichten wollen, dauerte es nicht lange, bis Protest laut wurde. In beinahe jeder Sitzung der kommunalpolitischen Gremien tragen die Kritiker, die sich inzwischen zur Bürgerinitiative Pro Feldkirchen zusammengeschlossen haben, seither ihre Bedenken vor. Nicht nur die Pläne für das Seniorenheim selbst sind dabei Gegenstand hitziger Diskussionen: Auch Investor Michael Schamberger und die drei weiteren Grundstückseigentümer werden von vielen Feldkirchnern kritisch gesehen.

Investorenprojekt: Die Feldkirchner hatten auf Zettel geschrieben, was sie von den Investorenplänen halten.

Die Feldkirchner hatten auf Zettel geschrieben, was sie von den Investorenplänen halten.

(Foto: Claus Schunk)

Bei der Dialog-Veranstaltung im März stellten sich die Investoren erstmals direkt den Fragen der Bürger. An mehreren Ständen konnten sie sich zudem über Themen wie Verschattung, Schall und die Verkehrssituation in den umliegenden Straßen informieren. 200 Besucher nahmen laut Heimerl diese Möglichkeit im Laufe der vierstündigen Veranstaltung wahr. Auf einer Karte konnten sie angeben, woher sie kommen: Die meisten der aufgeklebten roten Punkte konzentrierten sich dabei auf das Gebiet unmittelbar um die Münchner Straße 22, doch auch aus der übrigen Gemeinde waren zahlreiche Besucher anwesend.

Zu groß für Feldkirchen

Mehr als 300 Rückmeldungen seien eingegangen, wie Heimerl berichtete - einige der Besucher haben also wohl mehrere der Kärtchen ausgefüllt, auf denen man Bedenken und Anregungen notieren konnte. Angesichts der bereits lange andauernden Diskussion im Ort sind die Erkenntnisse, die Heimerl zusammenfasst, wenig überraschend: Vielen Bürgern sind die Entwürfe zu groß für Feldkirchen, die Grünanlagen hingegen zu spärlich. Auch Themen wie die Verkehrssicherheit in der angrenzenden Ludwigstraße sowie die Verschattung der umgebenden Grundstücke beschäftigten die Besucher des Bürgerdialogs laut Heimerl.

Viele würden sich eine umfassendere Planung auf Basis eines Seniorenkonzepts und eine Einbindung in die weitere Ortsplanung wünschen - eine Anregung, die auch mehrere Mitglieder des Gemeinderats in ihren anschließenden Wortmeldungen befürworteten. Bürgermeister Andreas Janson (Unabhängige Wählervereinigung) berichtete zudem von einer kürzlich abgehaltenen Besprechung mit Vertretern aus dem Gemeinderat, der Bürgerinitiative sowie den Investoren: "Wir haben zwar noch keine Lösung gefunden, aber es war ein gemeinsamer, guter Beginn."

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