Fachkräftemangel:Es hängt am Personal

Haar verstärkt die Suche nach Erzieherinnen und Erziehern

Von Bernhard Lohr, Haar

Eltern mit kleinen Kindern könnten sich in Haar entspannt zurücklehnen, wenn es nur genügend Erzieherinnen und Erzieher gäbe. Ausreichend Plätze in Krippen, Kindergärten, Tagespflegen und für die nachschulische Betreuung sind im Prinzip vorhanden. Aber das Personal ist knapp, weshalb die Bemühungen verstärkt werden, Fachkräfte zu akquirieren. Der Gemeinderat hat zusätzlich zur Großraumzulage kürzlich erst die Zahlung einer Arbeitsmarktzulage beschlossen. Auch will man sich an dem Projekt zur Qualifikation spanischer Fachkräfte des Landratsamts beteiligen.

Wie schwierig der Blick in die Zukunft ist, hat sich letztens gezeigt, als man im Rathaus feststellte, dass es den vom Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe (SAGS) prognostizierten Zuwachs an Schülern in den nächsten Jahren gar nicht geben wird. Der Erweiterungsbau der Grundschule im Jagdfeld, der jetzt nach den Sommerferien eröffnet werden soll, erschien plötzlich überdimensioniert. Dennoch: Im Rathaus ist man weiter überzeugt, dass die Zahl der Kinder an den Schulen und in den Betreuungseinrichtungen weiter steigen wird. Auch beim Bedarf für die Krippen, die Kindergärten und die nachschulische Betreuung setzt das Rathaus auf Zahlen des SAGS. Und die weisen in den nächsten Jahren klar nach oben.

Eine gewisse Entlastung bringt aktuell der Abschluss der Sanierungsarbeiten am evangelischen Kinderhaus der Jesuskirche, wo nach Aussage des Sachgebiets Bildung und Soziales im Rathaus 20 Krippenplätze noch belegt werden können. Im Fortschritt-Kinderhaus an der Hans-Pinsel-Straße sind demnach 24 Plätze für Kleinkinder frei. Entlastung hat auch die provisorische Kindertagesstätte an der Rechnerstraße in Unterhaar gebracht, wo 18 Kindergartenkinder unterkommen können. Weitere Kinder können in anderen Einrichtungen noch nachrücken. Doch überall gilt dasselbe: Das funktioniert dann, wenn Personal da ist. Ansonsten bleiben die Plätze trotz vorhandener Räumen frei. Mit Folgen für einige Familien. Denn 21 Krippenkinder und 16 Kindergartenkinder stehen auch mit Perspektive bis Sommer 2022 auf Wartelisten, wenngleich nicht alle einen Anspruch auf einen Platz haben. Ungeachtet dessen hat der Gemeinderat bestätigt, dass offiziell der Bedarf gedeckt ist.

Die relativ gute Situation hat auch damit zu tun, dass in Gronsdorf im Neubaugebiet am Bahnhof an der Heimgartenstraße ein Gemeinde-Kindergarten eröffnet hat, in dem seit diesem Betreuungsjahr 50 Plätze zur Verfügung stehen. Die alte Einrichtung in Gronsdorf an der Sofienstraße blieb, anders als einmal vorgesehen, offen und bietet noch 20 Plätze. Zum Betreuungsjahr 2022/2023 wird dann die neue große Einrichtung im Jugendstilpark mit 75 Plätzen eröffnen, die auch die Gemeinde betreiben wird. Die Nachbarschaftshilfe Haar plant laut Rathaus, den Kinderpark mit Spielgruppencharakter in eine Großtagespflege umzuwandeln und so für Kleinkinder weitere Betreuungsplätze zu schaffen.

Bei der nachschulischen Betreuung rückt die Jagdfeld-Grundschule in den Fokus. Während an der Konradschule kommendes Schuljahr eine Ganztagsklasse nicht zustande kam, wird das Angebot im Jagdfeld ausgebaut. Eine zusätzliche pädagogische Kraft mit einer Viertelstelle wird dort tätig sein. Das Konzept wird auf eine Rhythmisierung des Unterrichts umgestellt. Aktuell sind in Haar sieben Kinder für die nachschulische Betreuung auf der Warteliste.

© SZ vom 20.07.2021
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