Planegg:Eine vertane Gelegenheit

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Der Planegger Gemeinderat erteilt dem Eislaufen eine Absage. Das ist politisch korrekt, aber nicht kreativ und missachtet die Interessen der Jugend.

Kommentar von Rainer Rutz

Der Planegger Gemeinderat hat eine politisch korrekte Entscheidung zum Eiswunder getroffen. Eine Mehrheit folgte dem Zeitgeist und den Vorgaben der Regierung. Das wars dann aber auch schon. Denn es darf bezweifelt werden, ob es der Mehrheit der Wähler und Wählerinnen, den Eltern und Kindern gefällt, dass sie ein weiteres Jahr nach Corona auf ein sehr wichtiges Freizeiterlebnis in ihrer nächsten Umgebung, ihrer Heimatgemeinde, verzichten müssen. Viele Argumente wurden außer Acht gelassen.

Wo blieb beispielsweise ein Hinweis der beiden Pädagoginnen im Gemeinderat, Angelika Lawo und Christine Hallinger, dass man es Kindern nur schwer vermitteln kann, wenn Politiker - auch aus Planegg - im brechend vollen Wiesnzelt den Masskrug hochhalten und sich damit bei einer der wohl größten temporären Energieschleudern dieses Landes erfreuen; von der Gefahr, sich mit Corona anzustecken mal ganz abgesehen? Und wie erklärt man, dass in Planegg und Martinsried nachts sämtliche Straßen in einem Licht erstrahlen, das das Lesen von Büchern ohne weiteres ermöglichen würde? Und warum, bitteschön, - man muss es leider erwähnen -, läuft im Kupferhaus mit 500 Sitzplätzen im Winter ein opulentes Programm ab, ohne dass sich jemand daran stört? Und wieso strahlt die Wiese vor der Planegger Bücherei bis tief in die Nacht hinein in hellem Licht Dutzender Lampen? Und, und, und...

Das ist es nämlich, was an der ganzen Diskussion so erbärmlich ist: Dass es offenbar unterschiedliche Ansprüche gibt und die je nach Bedeutung der Interessenvertreter durchgesetzt werden. Kinder haben halt keine Lobby, so banal ist das. Tatsächlich hat die Planegger Verwaltung kaum einen wirklich sinnfälligen Vorschlag gemacht, wie man trotz Energiekrise - die niemand bestreitet - Strom und Gas auch am Eiswunder sparen könnte. Etwa durch einen stark eingeschränkten Betrieb. Darüber hätte man seriös diskutieren können und ein Zeichen setzen können. Es ist eine vertane Gelegenheit.

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