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Coronavirus im Landkreis München:Pullach setzt auf Luftfilter

Gemeinde will Infektionsschutz an Schulen verbessern

Dass Mief im Unterricht ein untragbarer Zustand gerade in Corona-Zeiten ist, darüber herrschte in der Sitzung des Pullacher Gemeinderats am Montag im Bürgerhaus kein Zweifel. Und so stimmte das Gremium geschlossen für den Antrag der Grünen-Fraktion, wonach die Verwaltung konkrete Vorschläge zur Nachrüstung der Grund- und Mittelschule mit ausreichend vielen Luftfiltergeräten ausarbeiten soll. Der Beschluss gilt über den Antrag hinaus auch für das Otfried-Preußler-Gymnasium, wo man sich noch mit dem Landkreis im gemeinsamen Zweckverband abstimmen muss.

Sowohl die Anzahl als auch die Bauart der Filtergeräte stehen dabei noch nicht fest. Um den Bedarf klären zu können, wurde bereits die Beschaffung von CO₂-Messgeräten zum Stückpreis von 176 Euro veranlasst, 48 für das Gymnasium, 37 für die Grund- und Mittelschule. Außerdem bestellt sind laut Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) auch bereits zwei Luftfiltergeräte zum Testen. Man wolle die Geräte ausprobieren, um eine vernünftige Lösung zu finden, sagte Bautechnikleiter Peter Kotzur, der denn auch gleich das Problem dabei nannte: Er habe von anderen Schulen gehört, dass die Geräte so laut seien, dass ein Unterricht nicht möglich sei. Lauter gar als ein Staubsauger. Er versuche, den Markt nach leiseren Geräten abzuklopfen, sagte Kotzur.

In der Begründung ihres Antrages verweisen die Grünen auf eine Studie des Instituts für Strömungsmechanik und Aerodynamik der Universität der Bundeswehr in Neubiberg. Die Ergebnisse zeigten, dass Luftfilteranlagen geeignet seien, auch in größeren Räumen von bis zu 80 Quadratmeter die Aerosolkonzentration in der Raumluft innerhalb von nur sechs Minuten zu halbieren, wohingegen das Lüften durch Öffnen der Fenster eine limitierte Wirkung habe.

Nach einer Begehung der Schulen mit einem Lüftungsplaner weiß die Gemeinde in etwa den Bedarf: Sowohl in der Grund- als auch der Mittelschule seien jeweils vier von 20 Räumen nur schwer zu lüften. "Noch spannender" verhalte es sich im Gymnasium, dort seien in 22 von 51 Räumen die Fenster kaum zu öffnen.

© SZ vom 11.11.2020 / mm
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