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Coronavirus im Landkreis München:Neue Beschränkungen

Schutzmaßnahmen für Seniorenzentrum in Höhenkirchen-Siegertsbrunn in der Corona-Krise, 2020

Schutzmaßnahmen wie für das Seniorenzentrum in Höhenkirchen-Siegertsbrunn im Frühjahr könnte es schon in dieser Woche geben.

(Foto: Claus Schunk)

Landrat kündigt Besuchsregeln für Alten- und Pflegeheime an

Von Martin Mühlfenzl, Landkreis

Landrat Christoph Göbel (CSU) kündigt an, bereits in dieser Woche neue Beschränkungen für Besuche in Alten- und Pflegeheimen einzuführen. "Ich werde dabei nicht auf den Freistaat warten", sagte der Landrat der SZ am Sonntag. Hintergrund sind die weiter exponentiell steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus; mittlerweile haben sich wieder fünf Bewohner in drei Alten- und Pflegeheimen im Landkreis angesteckt. "Wir müssen unsere älteren Mitbürger schützen", sagte Göbel. "Das hat oberste Priorität.

Über das Wochenende haben sich 132 Menschen nachweislich infiziert, von Freitag auf Samstag wurden 71 neue Fälle gemeldet, am Sonntag 61. Am Sonntagnachmittag (Stand: 14 Uhr) lag der wichtige Sieben-Tage-Inzidenzwert mit 95,3 nur noch knapp unter der 100er-Marke, von dem an die Corona-Ampel im Freistaat auf Dunkelrot springt und weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens ergriffen werden müssen. Göbel kündigte an, von diesem Montag an über neue Beschränkungen des öffentlichen Lebens zu beraten. Ziel müsse es sein, dass sich weniger Menschen begegneten - und dass sie dort, wo es sich nicht vermeiden lasse, besser geschützt seien. "Ohne einen echten Einschnitt wird es nicht gehen."

Mit Blick auf die Schulen sagte Göbel, er hoffe, den Präsenzunterricht noch bis zu den Herbstferien komplett aufrecht erhalten zu können. Diese beginnen am Samstag, 31. Oktober. Auch die Maskenpflicht an Grundschulen während des Unterrichts, die anders als in der Landeshauptstadt und im Landkreis Ebersberg weiterhin gültig ist, verteidigte er erneut. Diese würden helfen, den Betrieb aufrecht erhalten zu können. "Würde ich die Schüler nach Hause schicken, wäre das viel problematischer", so Göbel. Was nach den Ferien komme, könne noch niemand sagen, gelinge es aber nicht, das rasante Wachstum bei den Infektionszahlen zu stoppen, sagte der Landrat, seien der Wechsel zwischen Präsenzunterricht und Homeschooling, Klassenteilungen oder gar komplette Schulschließungen "sehr wahrscheinlich".

Komplette Schließungen der Alten- und Pflegeheimen schließt der Landrat derzeit aus, es müssten andere Formen für Besuche, etwa auf Distanz vor den Heimen, gewählt werden. "Wir sind, anders als im Frühjahr, sehr viel früher dran, haben die richtigen Konzepte, in den Heimen erfolgen Reihentestungen", führt er aus. "Aber die Lage ist sehr ernst. Es braucht einen verstärkten Schutz vulnerabler Gruppen."

Mittlerweile, so Göbel, sei der Landkreis beim Infektionsgeschehen aufgrund der geografischen Nähe auf einer Linie mit der Stadt München angekommen. Auch deshalb, kritisiert er noch einmal, dass dort die Maskenpflicht an Grundschulen aufgehoben worden ist. Es brauch einheitliche Regelungen, die jeder verstehe.

Auch die SpVgg Unterhaching bekommt die neue Gangart in der Corona-Krise zu spüren. Beim Derby gegen die Münchner Löwen an diesem Montag (19 Uhr) dürfen wohl keine oder nur sehr wenige Fans ins Hachinger Stadion.

Die neuen Fallzahlen am Wochenende aufgeschlüsselt nach den 29 Städten und Gemeinden: Aschheim (6), Aying (2), Brunnthal (1), Feldkirchen (2), Garching (2), Gräfelfing (3), Grasbrunn (4), Grünwald (5), Haar (26), Hohenbrunn (4), Höhenkirchen-Siegertsbrunn (2), Ismaning (4), Kirchheim (2), Neubiberg (1), Neuried (7), Oberhaching (5), Oberschleißheim (6), Ottobrunn (9), Planegg (2), Pullach (4), Putzbrunn (2), Sauerlach (1), Schäftlarn (2), Straßlach-Dingharting (1), Taufkirchen (9), Unterföhring (3), Unterhaching (8), Unterschleißheim (5).

© SZ vom 26.10.2020
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