Champions-League in München:Polizei warnt vor Schweizer Ultras

Lesezeit: 2 min

Die Münchner Polizei erwartet zum Champions-League-Spiel etwa 800 gewaltbereite und bewaffnete Fans aus Basel - und rüstet sich. Ein Szenario gilt es, auf jeden Fall zu verhindern.

Susi Wimmer

Ein "High-Risk-Fußballspiel", so nennt Robert Kopp die Champions-League-Begegnung zwischen den Bayern und dem FC Basel am heutigen Mittwoch. Der Polizei-Vizepräsident erwartet 800 gewaltbereite Ultras aus der Schweiz, die wohl betrunken, schwarz gekleidet und mit dem ein oder anderen Gegenstand bewaffnet den Tag über durch die Innenstadt ziehen werden - jedoch scharf bewacht und eskortiert: 1100 Polizisten sollen von morgens bis nach Mitternacht für Sicherheit und Ruhe sorgen.

FC Schalke 04 - FC Basel

Champions-League in München: Die Polizei erwartet etwa 800 gewaltbereite Fans des FC Basel. (Archiv)

(Foto: ddp)

Unbedingt verhindern, dass die laut Polizei international gefürchtete Schweizer Ultraszene mit Gruppierungen wie "Inferno Basel" oder "Nr. 12" auf die rund 300 Münchner Ultras von der "Schickeria" trifft, so lautet das Credo von Einsatzleiter Günter Süßbrich. Dass sich die Ultra-Fans der beiden FCBs nicht grün sind, ist nicht neu: Zuletzt gingen die Schläger beim Hinspiel in Basel in der Innenstadt aufeinander los. Die Bayernfans sagen, sie seien von den Baselern angegriffen worden und hätten sich zur Wehr gesetzt. Als die Polizei eintraf, waren die Baseler weg - und etwa 60 Bayern wurden festgenommen. Beim Rückspiel habe man eine Rechnung zu begleichen, tönten damals schon die Fans.

Um 8.40 Uhr rollt der erste Zug voll mit "Problemfans" am Hauptbahnhof ein. "Sie werden kaum geschlafen und sicher getrunken haben", meint Süßbrich. Am Bahnsteig werden sie von der Bundespolizei empfangen und durchsucht. "Die Ultras schauen nicht aus wie ein Fan aus der Südkurve", sagt Süßbrich. Sie seien schwarz gekleidet, Kapuzenshirts oder Sturmhauben über dem Kopf, und sie bewaffnen sich gerne.

Die Gruppen sollen "mit starken USK-Kräften hautnah begleitet werden, egal, wo sie sich aufhalten". Den Großgastronomen in der City empfiehlt er, notfalls den Ausschank an die Baseler einzustellen, "sonst könnten die Tische fliegen". 52 Baseler Ultras haben in der Allianz-Arena Hausverbot, acht wurden im Vorfeld mit einem Einreiseverbot belegt.

Zudem könnte es laut Polizei zu Auseinandersetzungen zwischen "Alt-Hooligans" kommen und es werden zur Verstärkung der Schweizer auch Fans aus Braunschweig und Mannheim erwartet, die mit den Bayern verfeindet sind.

Erstmals sind auch rund 30 Informationsbeamte im Einsatz, die versuchen werden, mit Gesprächen zu deeskalieren. Was schwierig werden dürfte, weil der Ehrenkodex der Ultras den Kontakt mit der Polizei verbietet. Süßbrich hat im Vorfeld den "Fußballfreunden des FC Basel" einen Brief geschrieben und sie auf die Leitlinie der Polizei vorbereitet. Antwort hat er nicht bekommen.

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