Aschheim:Pläne für Büro-Campus in Dornach gestoppt

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Der Investor zieht seine Anträge für das auf 3400 Beschäftigte ausgelegte Gewerbeprojekt an der S-Bahn zurück.

Von Irmengard Gnau, Aschheim

Aus den großen Plänen wird erst einmal nichts, im Gewerbegebiet Dornach in der Gemeinde Aschheim großflächig einen modernen Büro-Campus zu errichten. Der Investor, der Projektentwickler Development Partner aus Düsseldorf, hat seine Bauanträge nach jahrelanger Vorarbeit nun zurückgezogen, wie das Rathaus bestätigt. Wegen seines Umfangs ist das Bauprojekt im Gemeinderat Gegenstand zahlreicher Debatten gewesen.

Der Düsseldorfer Projektentwickler Development Partner, eine Tochter der Gateway Real Estate AG, hatte geplant, im Gewerbegebiet Aschheim-Dornach eine nach eigenen Angaben "zukunftsweisende Büroarbeitswelt" für bis zu 3400 Beschäftige zu errichten. Unter dem Namen "Campus Park München" sollten bis 2025 fünf Bürogebäude nach modernen Baustandards, gruppiert um eine Grünfläche mit kleinem See sowie ein mächtiges Parkhaus entstehen. Dafür hatte man 2019 ein knapp 39 000 Quadratmeter großes, unbebautes Areal unweit der S-Bahnstation Riem erworben.

Wegen der Pandemie hat sich die Nachfrage deutlich verändert

Mit den geplanten 57 000 Quadratmetern Geschossfläche an Büros, ergänzt um Kinderbetreuungseinrichtungen und Gastronomie, sah der Investor eine lohnende Chance auf dem damals boomenden Markt für Büroimmobilien in München. Aber die Nachfragesituation habe sich in den vergangenen Monaten unter anderem mit der Corona-Pandemie deutlich verändert, sagt Unternehmenssprecher Matthias Euler-Rolle. Man wolle keine Büros errichten, die dann leer stehen. Daher stelle man alles auf den Prüfstand. Das Projekt sei nicht gestorben, sagt Euler-Rolle, sondern lediglich gestoppt.

In Aschheim war das Projekt umstritten. Aufgrund der Dimension hatten sich insbesondere die Fraktion der Freien Wähler und die Grüne Sabine Maier gegen den Büro-Campus ausgesprochen. Die Verkehrsanbindung ließ immer wieder Diskussionen aufkommen. Im Gewerbegebiet gibt es schon jetzt Probleme mit parkenden Autos. Zudem hieß es, das Bauvorhaben werde der Gemeinde keinen Mehrwert bringen, da sich vor allem Firmen einmieten würden, die ihren Hauptsitz andernorts haben und der Kommune somit keine Gewerbesteuereinkünfte brächten.

Mit knappen Mehrheiten war die Gemeinde jedoch den Anliegen des Investors nachgekommen und hatte die baurechtlichen Voraussetzungen für das Projekt geschaffen. Diese behalten ihre Gültigkeit. Das Projekt aber liegt erst einmal auf Eis.

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