Arbeitsverbot für Flüchtlinge Kirchheimer Helferkreis droht mit Einstellung des Engagements

In einem Brief an Innenminister Hermann kritisieren die Kirchheimer Asylhelfer dessen Forderung nach einem Arbeitsverbot für bestimmte Flüchtlinge. Sollte es dazu kommen, sehen sie ihre Tätigkeit gefährdet - und das friedliche Zusammenleben gefährdet.

Der Helferkreis Asyl in Kirchheim ist empört über die Anweisung von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), Flüchtlingen aus als sicher geltenden Herkunftsländern und abgelehnten Asylbewerbern ein Arbeitsverbot zu erteilen. Sollte die Staatsregierung diese politische Stoßrichtung weiterverfolgen, drohen die Sprecher des Helferkreises damit, ihre Arbeit abzubrechen.

"Desaströse politische Vorgaben"

Unter solch "desaströsen politischen Vorgaben" sei zu befürchten, dass mehrere Helferkreise ihre ehrenamtlich geleistete Tätigkeit einstellen würden, warnen die Kirchheimer Asylhelfer Herrmann in einem offenen Brief. Sollte das Arbeitsverbot wie gefordert verfolgt werden, entstünden für die Helferkreise, die "einen großen Teil der Aufgaben der sozialen Betreuung übernehmen" und bisher sicher gestellt hätten, dass das Zusammenleben "relativ problemlos" funktioniere, "nicht mehr zu bewältigende Herausforderungen".

Die Sprecher um Gerlinde Reichart, die den Kirchheimer Helferkreis 2013 ins Leben gerufen hat, sehen insbesondere den Grundsatz der Gleichbehandlung der Flüchtlinge verletzt. Wenn bestimmte Gruppen nicht arbeiten dürften, sieht der Helferkreis die Gefahr von Spannungen unter den Asylbewerbern, die sich quasi als Bewerber erster und zweiter Klasse fühlen müssten. Auch würden Arbeitsverbote die Flüchtlinge ihrer Tagesstruktur berauben und möglicherweise illegale Aktivitäten befördern. Nicht zuletzt befürchten die Helfer, könnte es fremdenfeindliche Ressentiments schüren, wenn einem Teil der Asylbewerber verboten werde, für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten.