Alternative Energie:Sonnenstrom für Garching

Forschungsreaktor FRM II

Die Einrichtungen auf dem TU-Campus (im Bild der Forschungsreaktor) tragen viel zum hohen Stromverbrauch in Garching bei.

(Foto: dpa)

Die Stadt will mehr für den Klimaschutz tun.

Von Irmengard Gnau, Garching

Garching ist die Kommune mit dem mit Abstand höchsten Stromverbrauch im Landkreis München. Ausweislich des Treibhausgasberichts des Landratsamts hat die Universitätsstadt im Jahr 2018 bei der jüngsten Erhebung 288 325 Megawattstunden Strom benötigt; die verschiedenen Forschungseinrichtungen auf dem Campus der TU tragen den Löwenanteil dazu bei. Angesichts dessen will sich die Stadt nun vermehrt beim Klimaschutz engagieren.

Gemeinsam mit der Energieagentur Ebersberg-München werde derzeit das bestehende Klimaschutzkonzept von 2008 überarbeitet, erklärte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) jüngst im Bauausschuss. Bis Anfang 2022 soll das neue Konzept mit möglichst konkreten Projekten auf den Weg gebracht werden. Zudem will die Stadt dem Bürgermeister zufolge in ihrem nächsten Stellenplan einen Posten für eine Klimaschutzmanagerin beziehungsweise einen Klimaschutzmanager schaffen - eine Forderung, die die Fraktion der Grünen schon lange erhoben hatte.

Ein ganz konkreter Beitrag zum Klimaschutz könnte die Errichtung eines Solarparks westlich der Autobahn A 9 sein. Die frisch gegründete Bürgergenossenschaft "Bürgerenergie Garching" (BEG) hat vor, dort Solarmodule aufzustellen und die so gewonnene Energie direkt als Strom in Garching zu verwenden. Strittig ist allerdings immer noch, wie viel Fläche die Stadt der BEG dafür zur Verfügung stellen möchte. Die betreffenden Grundstücke entlang der Autobahn bis zur Ausfahrt Garching-Nord sind zum Teil bereits im Flächennutzungsplan für Photovoltaik vorgesehen. Direkt angrenzend, zwischen der Autobahn und der Straße Am See, besitzt die Stadt weitere Flächen, die bislang landwirtschaftlich beziehungsweise als Grünland genutzt werden. Auf diese Flächen würde die Bürgerenergie Garching ihren Solarpark gern ausdehnen. Die Stadtverwaltung hingegen will diese Flächen lieber selbst vorhalten; dort sollen in Zukunft der Bauhof und der Wertstoffhof Platz finden, über dessen derzeitigen Standort hinter dem Römerhof viele Anwohner nicht glücklich sind.

Fraglich ist freilich, wann ein Umzug des Bauhofs und Wertstoffhofs samt Neubauten realistisch ist. Garching hat unter anderem mit der Erweiterung der Grundschule West, dem Feuerwehrhaus sowie der Grundschule Ost noch einige größere Bauprojekte vor sich. Die Mitglieder des Bauausschusses plädierten daher mit Ausnahme des Bürgermeisters dafür, der Bürgergenossenschaft zumindest die Entwicklungsfläche zusätzlich zur temporären Nutzung zu überlassen. Die endgültige Entscheidung fällt der Stadtrat am 28. Oktober.

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