Hertzkammer:Mit der Gitarre in den Club

Lesezeit: 1 min

Als Monolink vereint Steffen Linck seinen Background als Singer-Songwriter mit tanzbarer Clubmusik.

Von Vivian Harris

Vor allem zu Beginn der Karriere kann es nicht schaden, einen Wiedererkennungswert zu haben. Das muss keine ausgefallene Kopfbedeckung sein oder ein bestimmter Dancemove. Manchmal reicht es auch schon, sich auf ein Genre festzulegen. Damit man als Künstler und als Zuhörer zumindest weiß, wo es musikalisch hingeht. Steffen Linck hatte sich also festgelegt. Folkmusiker wollte er werden. Sein Markenzeichen: vermutlich die raue Stimme zu seicht-treibenden Gitarrenklängen. Aus seiner Heimat Hamburg zieht es ihn deshalb 2009 nach Berlin, wo es mit der Folk-Karriere aber nicht so richtig klappen will. Stattdessen kommt er auf einem Festival mit elektronischer Musik in Berührung, zum ersten Mal, und beginnt daraufhin, selbst mit dem DJing. Hauptsächlich um die Musik produzieren zu können, die er selbst hören wollte, bisher aber nirgends tat.

Lincks Stil, den er mit seinem Projekt Monolink schafft, entwickelt sich bis heute aus seinem Singer-Songwriter-Background heraus und verschmilzt dabei mit Elementen der Clubszene: Gitarrensounds und klare Song-Strukturen treffen auf Dance-Melodien und atmosphärische Klangflächen. Sein Konzept kommt an: bei Elektrofans, die lyrische Tiefe und Tanzbarkeit suchen und Anhängern von Singer-Songwritern, die auf mehr Lust haben als gezähmtes Hin-und-her-Wippen.

Mit seinem organischen Stil und unkonventionellem Wiedererkennungswert etabliert sich Linck weit über die Grenzen Berlins hinaus, er spielt in Clubs weltweit und auf diversen internationalen Festivals. Das bisher größte ist das amerikanische Burning Man. 2021 trat der Multiinstrumentalist zum zweiten Mal in der Wüste Nevadas auf. Sein Set spielte er dort auf der überdimensionierten Kunstinstallation "Mayan Warrior", die so designt wurde, dass zeitgenössische elektronische Musik neu erlebt werden konnte.

Bei Monolink klingt dieses neue Verständnis nach Deep-House-Passagen und Synthie-Beats, improvisierten E-Gitarrenriffs und Gesang. Ihm habe immer der Bezug gefehlt zu klassischen DJs und der Musik, die vom Band und nicht von einer Band kommt. Seine Musik hört man sich deshalb am besten live an. Zum Beispiel in der Theaterfabrik, wo Monolink für ein Nachholkonzert auftritt.

Monolink, Donnerstag, 1. Dezember, 19 Uhr, Theaterfabrik, Musenbergstraße 40, www.theaterfabrik-muc.de

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema