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Klassik:Variationen einer Saison

Die Pläne der Symphoniker für die kommende Spielzeit

Von David Renke

Es wird einen Plan A, B und C geben - mindestens. Anders geht's aktuell in der Kultur nicht, das weiß auch Tilman Dost, der seit Juli die Intendanz bei den Münchner Symphonikern übernommen hat. Mit Chefdirigent Kevin John Edusei stellte er nun das Programm für die kommende Saison vor. Die Zusammenarbeit läuft bereits gut, erzählt Edusei. Dass man im Orchester mit Dost gut auskommt, ist die eine gute Nachricht, die andere ist, dass die Symphoniker dank Kurzarbeit und Unterstützung der Träger Stadt, Land und Stadtsparkasse finanziell bisher solide durch die Krise gekommen sind. Umso schöner auch, da das Orchester in der kommenden Saison sein 75-jähriges Bestehen feiert. Dazu gibt es einen festlichen Saisonauftakt am 8. Oktober mit dem Konzert für Orchester von Bartók.

Sonst hält man aber gerne am Bewährten fest. Es wird wieder zwei Abo-Reihen geben, prominent sind die Gastdirigenten mit dem Gärtnerplatz-Kapellmeister Andreas Kowalewitz und Emmanuel Tjeknavorian besetzt. Auch den dramaturgischen Programmen bleiben die Symphoniker treu, in der nächsten Saison heißen sie "Inspiration" oder "Neues vom Tage", eine bunte Mischung mit Schwerpunkt auf der Romantik, auch mit unbekannten Werken von Levi oder Halvorsen. Exotisches wie Dai Fujikuras Concerto für Shamisen, dem Traditionsinstrument aus Japan, hat ebenfalls seinen Platz. Neben den Violinkonzerten von Beethoven und Glasunow mit Fabiola Kim, dürften das Neujahrskonzert und die "Weißen Nächte" im Brunnenhof zu den Höhepunkten der Saison zählen.

Gibt es keine Vorschriften seitens der Politik, wollen die Symphoniker diesen Plan A durchziehen. Sollte die Lage den Symphonikern im Oktober einen Strich durch die Rechnung machen, hat man Bearbeitungen der Werke für kleinere Besetzungen parat. Und wenn das nicht klappt, wird eben improvisiert.

© SZ vom 22.07.2020

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