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Kirchentag in München:Ökumene als logistische Herausforderung

Hunderttausende Menschen werden zum Kirchentag in München erwartet. Für die Verkehrsbetriebe bedeutet dies: Dauereinsatz.

Es wird ein Großereignis werden, das selbst die Fußball-, Messe- und Papstbesuch-gestählten Verkehrsplaner der Stadt an die Grenzen des Machbaren bringt. Alle U-Bahnzüge, die fahrbereit sind, kommen zum Einsatz, 400 Fahrer werden allein an Christi Himmelfahrt zusätzlich Dienst tun.

Kirchentag München

Zum Kirchentag gibt es zahlreiche Straßensperren, an die Autofahrer denken sollten.

(Foto: Foto: SZ)

Techniker stehen breit, damit Rolltreppen und Aufzüge ob des Ansturms nicht schlapp machen, und zum Eröffnungsgottesdienst am Mittwoch werden U4 und U5 die Theresienwiese alle zweieinhalb Minuten anfahren. Alles, damit die Besucher des Ökumenischen Kirchentags zuverlässig an ihr Ziel kommen.

Mehr als 110.000 Dauerteilnehmer haben sich zum Kirchentag angemeldet. Dazu rechnen die Veranstalter mit mehreren Zehntausend Tagesgästen. Seit zwei Jahren bereitet man sich bei den Verkehrsbetrieben auf die harten Maitage vor.

Wobei nicht allein die Anzahl der Teilnehmer ein Problem ist, sondern der Umstand, dass die rund 3000 Veranstaltungen quer durch die Stadt stattfinden, wie Brigitte Gemmer von der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) erklärt. Die Gäste kommen von ihren Nachtquartieren, die irgendwo in und um München liegen, fahren zur Messe, zum Olympiapark, zum Odeonsplatz, dorthin, wo das stattfindet, was sie interessiert.

Doch wie viele wann wohin wollen, weiß vorher niemand. Und weil das Programm bis in den späten Abend reicht, werden die Teilnehmer die ganze Zeit auf Achse sein.

Am kommenden Mittwoch ist Anreisetag - die erste logistische Herausforderung. Die Teilnehmer kommen mit neun Sonderzügen und 900 Sonderbussen. Am Hauptbahnhof angekommen, können sie ihr Gepäck am Starnberger Flügelbahnhof deponieren und zum Gottesdienst auf die Theresienwiese fahren.

Danach geht es zum "Fest der Begegnung" auf dem Altstadtring. Die Veranstalter rechnen bei schönem Wetter mit rund 400.000 Besuchern. Nach dem Eröffnungsgottesdienst kommen die Menschen mit der U-Bahn oder zu Fuß ins Zentrum, wobei Ehrenamtliche dafür sorgen, dass die Menge sich im richtigen Tempo, nicht zu schnell, nicht zu langsam, bewegt.

6000 - am Halstuch erkennbare - freiwillige Helfer sind im Einsatz; allein 700 Sanitäter der Malteser und Johanniter. Die Polizei bietet bis zu 500 Beamte auf, darunter ihre Taschendieb-Spezialisten. Denn wo es eng wird, sind auch Diebe nicht weit.

Ansonsten rechnet die Polizei mit einem ruhigen Verlauf, der Kirchentag sei "keine konfliktträchtige Veranstaltung", sagt Vizepräsident Robert Kopp. Zumal bei den Festen kein Alkohol ausgeschenkt wird.

Während des Kirchentags vom 12. bis 16. Mai ist es ratsam, nicht mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren. Am Mittwoch werden von 11 Uhr an Teile des Altstadtrings gesperrt sein, weil hier für das Fest am Abend aufgebaut wird.

Innerhalb des Altstadtrings haben am Mittwoch nur Anwohner Zufahrt (siehe Grafik auf dieser Seite). Auch die Ludwigstraße wird von 12. bis 14. Mai bis auf Höhe der Von-der-Tannstraße gesperrt sein, weil zu Großveranstaltungen auf dem Odeonsplatz bis zu 15.000 Menschen erwartet werden.

Allerdings profitieren die Münchner auch vom zusätzlichem S- und U-Bahn- Angebot. An den Kirchentags-Tagen fahren mehr als 450 S-Bahnen zusätzlich, der Takt ist auf allen Linien verkürzt und es gibt spezielle Nachtverbindungen. Wer allerdings am Vatertag einen Radlausflug plant, sollte bedenken, dass es für das Rad in S- und U-Bahnen eng werden dürfte.

Informationen zu Sperrungen unter: www.oekt.de/Sperrungen; Informationen zu Fahrplänen: www.mvg-mobil.de, www.oekt.de/verkehr