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Kinder:Tierisches Lesevergnügen

Die Bücherschau junior bietet neun Tage lang Gelegenheit, in etwa 5000 Exponaten von 90 Verlagen zu schmökern. In Lesungen kann man Autoren und magischen Tieren begegnen.

Ob es sich bei dem Alphabetbuch "Affe Bär Zebra" um ein grafisches oder vielmehr um ein sprachliches Kunstwerk handelt, ist schwer zu entscheiden. Auf alle Fälle ist es ein Titel, der gleichermaßen zum Vorlesen und Anschauen einlädt. Jedem Buchstaben ist ein Tier zugeordnet, das die niederländische Künstlerin Henriette Boerendans in farbintensiven Holzschnitten vorstellt. Dazu passend reimt die niederländische Lyrikerin Bette Westera Selbstporträts der jeweiligen Tiere in Versform. "Mal bin ich rot vor Wut/ und mal vor Neid ganz grün./Mal vor Ärger grün und gelb,/wenn scheinbar ohne Müh'n/ mein Nachbar eine Fliege fängt" beginnt das Gedicht zum Chamäleon. Während der Bücherschau junior sind die traumhaften Bilder von Henriette Boerendans vom 7. bis 15. März im ersten Stock des Stadtmuseums ausgestellt, neben den Neuillustrationen von Sebastian Meschenmoser zu Michael Endes "Die unendliche Geschichte".

Etwa 5000 Bücher, Hörbücher, Kindersoftware, Spiele, Lernhilfen und Elternratgeber aus über 90 Verlagen stehen bei der 14. Ausgabe der Bücherschau junior zum Entdecken, Ausprobieren und Schmökern im Stadtmuseum bereit. Dazu gibt es bei zahlreichen Veranstaltungen erneut die Möglichkeit zu Begegnungen mit Autoren und Illustratoren, ihren Geschichten und Bildern. Julia Ginsbach erzählt beispielsweise mit Handpuppen und Musik von den neuen Erlebnissen des Erdmännchens "Tafiti", Michael Petrowitz liest aus den Abenteuern der "Dragon Ninjas" und zeigt dazu auch einige - friedliche - Übungen aus dem Kampfsport, den er selbst seit vielen Jahren betreibt. Sarah Welk erklärt bei "Tagesschau & Co." wie Sender und Redaktionen Nachrichten machen und Marko Simsa führt mit "Herr Beethoven macht Musik" die jungen Zuhörer an den berühmten Komponisten heran.

In der Volkssternwarte kann man bei der Lesung von Meike Haas einen Ausflug zu einem "Wundersamen Weltraumzoo" unternehmen und dazu passend das Planetarium und das Teleskop besichtigen. Und wer zur Lesung von Stefanie Taschinski kommt, kann die "Kleine Dame" kennenlernen, die im selben Haus wie die Familie der achtjährigen Lilly wohnt. Die unscheinbare Nachbarin besitzt ein tausendjähriges Chamäleon und beherrscht die magische Kunst des "Chamäleonisierens" - sie kann die Farbe oder Musterung ihrer Umgebung annehmen.

Bücherschau junior, Sa., 7. bis So., 15. März, 9-19 Uhr, Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, Eintritt frei, Infos: www.muenchner-buecherschau-junior.de

© SZ vom 05.03.2020

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