Kammerspiele:Umstrittener Intendant

Matthias Lilienthal

Matthias Lilienthal ist - noch - Intendant der Kammerspiele.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Matthias Lilienthal und sein Zwist mit der Münchner CSU

Von Susanne Hermanski

Für Matthias Lilienthal, den Intendanten der Kammerspiele, ist 2018 zum Jahr des vorgezogenen Endspiels geworden. Das Jahr, in dem der Theatermacher, der im Sommer 2015 aus Berlin nach München gekommen ist, die CSU einmal von ihrer mächtigsten Seite kennenlernen sollte. Im März hat die CSU-Stadtratsfraktion ihn wissen lassen, dass sie einer Vertragsverlängerung nicht zustimmen werde. Es sei also besser für alle Beteiligten, er verzichte vorher freiwillig auf eine Fortsetzung seiner Intendanz über 2020 hinaus. Lilienthal, der das Theater als politischen Ort und als moralische Anstalt begreift, verstand den Wink mit dem Zaunpfahl und verzichtete. Schließlich liebt er ja ein Theater, das sich nicht in Anspielungen auf der Metaebene verliert, sondern frontal von der Gesellschaft erzählt. Selbst wenn dabei die Reihen in Münchens städtisch finanziertem Schmuckstück eher licht besetzt bleiben. Als die Kammerspiele im Juli dann zur Teilnahme an der Demonstration "Ausgehetzt" aufriefen, sahen viele in der CSU dies als Retourkutsche Lilienthals an. Sollte es dabei doch gegen eine Politik gehen, wie sie von "Seehofer, Söder, Dobrindt und Co." betrieben werde. Manuel Pretzl, CSU-Fraktionschef im Stadtrat und inzwischen Zweiter Bürgermeister, forderte daraufhin "dienstaufsichtsrechtliche Maßnahmen" gegen Lilienthal. Die blieben aber aus.

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