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Jugendamt kritisiert Flüchtlingsunterkunft:Keinesfalls "kindswohlgerecht"

Das Jugendamt hat sich der Kritik an der Unterbringung von jugendlichen Flüchtlingen in der Bayernkaserne angeschlossen - die sei keinesfalls "kindswohlgerecht".

Als keinesfalls "kindswohlgerecht" stuft das Münchner Stadtjugendamt die Unterbringung von 16- und 17-jährigen Flüchtlingen in der staatlichen Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber ein. Damit hat das Jugendamt die Kritik der Landtags- und Rathaus-Grünen sowie der Inneren Mission an der Unterbringung der Jugendlichen in der Bayernkaserne bekräftigt.

Die Stadt fordert vom Freistaat, die jungen Flüchtlinge, die ohne Eltern gekommen sind, entsprechend der in anderen Bundesländern üblichen Praxis in Jugendhilfeeinrichtungen unterzubringen mit pädagogischer Betreuung rund um die Uhr. Für alle Jugendlichen bestehe nach schwer traumatisierenden Erlebnissen in ihrer Heimat und bei der Flucht "ein Bedarf nach Schutz, Sicherheit und Perspektive".

Weil das Jugendamt im letzten Jahr bereits 441 junge Flüchtlinge, fast doppelt so viele wie 2009, in Obhut nehmen musste, drängt die Stadt seit Längerem darauf, sie auch auf andere Kommunen als München und Nürnberg zu verteilen. Anfang des Jahres habe das Sozialministerium eine Quotenregelung zur Verteilung auf alle bayerischen Regierungsbezirke erlassen, deren Wirkung noch abzuwarten bleibe.

© SZ vom 21.03.2013/loe/afis

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