Innenstadt:Wiesnwirt Able wird Wirt

Festwirt Siegfried Able auf dem Münchner Oktoberfest, 2015

Auf dem Oktoberfest betreibt Siegfried Able seit 2014 den Marstall.

(Foto: Alessandra Schellnegger)
  • In der Gemeinschaft der Wiesnwirte ist Siefried Able mit seinem Marstall-Zelt angekommen.
  • Jetzt will sich der Chef einer Cateringfirma auch als Gastronom in der Münchner Innenstadt etablieren.
  • Doch bis sein neues Lokal an der Frauenkirche eröffnen kann, wird es noch eine Weile dauern.

Von Franz Kotteder

Erst vor Kurzem nahm ihn der ehrwürdige Club der großen Wiesnwirte nach dreijähriger Testphase als Mitglied auf: Siegfried Able, Chef des Marstallzelts, hatte sich in den Augen seiner Kollegen offenbar bewährt. Als er 2014 erstmals mit seinem Marstall den Platz des Hippodroms eingenommen hatte, sah das noch anders aus. Da hieß es, der Neuling sei ja gar kein richtiger Wirt, habe nur eine Cateringfirma, ein Selbstbedienungsrestaurant im Tierpark Hellabrunn und einen Sommerbiergarten am Lerchenauer See.

Nun will Able auch ein richtiger Wirt werden: Mit einem großen Lokal mitten in der Stadt, direkt an der Frauenkirche. Sprach man ihn darauf an, dass er die Räume des ehemaligen Ferrari-Store in der Liebfrauenstraße 26, direkt neben dem ehemaligen Mühlhäuserhaus an der Kaufingerstraße, übernehmen will, gab er sich bislang wortkarg: "Das ist noch nicht ganz spruchreif." Auch sein Vermieter, die Mühlhäuser Immobilien Management München GmbH & Co. KG, rückt nichts heraus. "Wir äußern uns grundsätzlich nicht öffentlich zu Immobilienangelegenheiten", heißt es aus der Geschäftsführung.

Traditionelle Wirtshäuser gibt es schon zu viele

Klar ist aber, dass Able den Inhaber der Kaffeebar Lavazza am Dom im Eckhaus neben den leer stehenden Räumen des früheren Ferrari-Store überzeugt hat, die kleine Bar an ihn abzugeben. Man kennt sich vom Oktoberfest: Barbesitzer Rudolf Bausch entstammt einer der ältesten Schaustellerfamilien der Stadt, die auf der Wiesn unter anderem mit dem "Top Spin" vertreten ist, er selbst hat dort einen Schnapsstand. "Die Bar soll Teil des 300 Quadratmeter großen Restaurants werden", sagt Bausch, "wie das genau aussehen wird, weiß Able aber selbst noch nicht genau."

Ein traditionelles, bayerisches Wirtshaus wird es kaum werden. Davon gibt es schon zu viele, rund um den Dom. Aber bunt dürfte es zugehen, ähnlich wie im Marstallzelt. Das neue Lokal soll so etwas wie die Visitenkarte des Familienbetriebs Able werden, und die Ausstattung überlässt Siegfried Able gerne seiner Frau Sabine und den Töchtern Verena und Vanessa. Alle vier werden das Restaurant, für das es noch keinen Namen gibt, wohl gemeinsam führen, wie auch das Marstallzelt.

In diesem Jahr wird es aber wahrscheinlich nichts mehr mit der Eröffnung. "Bei uns liegt noch kein Bauantrag für eine Gaststätte vor", hieß es vergangene Woche bei der städtischen Lokalbaukommission. Auch der stellvertretende Bezirksausschussvorsitzende der Altstadt, Wolfgang Püschel (SPD), hat nur "gerüchteweise von Plänen gehört, dort ein Lokal einzurichten". Bausch weiß nur, "dass Able in diesem Jahr umbauen will. Aber er braucht jetzt erst einmal die ganzen Genehmigungen von der Stadt." Das kann dauern. Insbesondere, wenn eine Gaststättenlizenz neu beantragt werden muss und Einzelhandelsflächen umgewandelt werden müssen. Die kleine Kaffeebar von Bausch könnte da als Türöffner dienen, weil man das spätere große Lokal mit einigem guten Willen als Erweiterung einer bestehenden Gaststätte sehen kann.

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