Im TunnelDie Schleifer aus dem Untergrund

Immer nachts glätten Arbeiter mit einem Spezialzug die Schienen - damit es auf der U-Bahn-Fahrt wieder weniger ruckelt.

Von Marco Völklein

Wenn Dirk Schuhmann beschreiben soll, was die Techniker da so treiben in diesen Nächten unter der Stadt, dann greift er gerne mal zum Zahnarzt-Vergleich. "Im Grunde", sagt der Leiter der Gleisinstandhaltung bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), sei so eine Schiene kaum anders als ein Zahn. Der werde auch ständig belastet, auf Dauer entstünden kleine Risse und Unebenheiten. Nur dass man diese bei der U-Bahn rasch merkt - auch als Fahrgast. Kleine Unebenheiten in der Schiene, sogenannte Riffel, lassen die Waggons leicht ruckeln und schwanken, mitunter auch etwas aufschaukeln. "Das gefällt dem Passagier nicht", sagt Schuhmann, "und erst recht nicht dem Material." Denn die Schwingungen übertragen sich auf die Mechanik in den Waggons - und können dort Schäden an Rädern, Drehgestellen oder Aufbauten verursachen. Deshalb müssen Schuhmann und seine Leute ran.

Bild: Florian Peljak 6. Juni 2016, 14:312016-06-06 14:31:34 © SZ vom 04.06.2016/kbl