Harlaching Waldfreunde scheitern

Petition abgelehnt: Perlacher Forst wird kein Naherholungsgebiet

Offenbar unter dem Eindruck des extrem erfolgreichen Volksbegehrens "Rettet die Bienen" entdeckt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gerade seinen Sinn fürs Grüne. Welchen Stellenwert er dem Natur- und Tierschutz tatsächlich einräumen wird, gilt es abzuwarten. Im Umweltausschuss des Landtags ist von einem Gesinnungswandel jedenfalls noch nichts zu spüren. Zumindest hat diesen Eindruck der Landtagsabgeordnete Florian von Brunn (SPD) am Donnerstag von dem Gremium gewonnen, als es um den Grünwalder und Perlacher Forst ging. In einer Petition hatten Waldfreunde, unter anderem Christa Knappik (SPD), Mitglied im Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching und des Vorstands des Perlacher Forstvereins, gefordert, der Erholung in dem bei Ausflüglern beliebten Wald absolute Priorität einzuräumen. CSU und Freie Wähler hingegen "fegten die Petition vom Tisch. Sie waren nicht einmal zu einem Ortstermin bereit", moniert von Brunn.

Die Petition hatte gefordert, den Perlacher beziehungsweise Grünwalder Forst in einen Erholungswald nach dem bayerischen Waldgesetz (Artikel 12) umzuwandeln. Außerdem sollte der Forst nur noch nachhaltig bewirtschaftet werden, mehr Biotope eingerichtet sowie die Biodiversität gefördert und die Umweltbildung stärker ausgebaut werden. Florian von Brunn unterstützt diese langjährigen Forderungen von Perlacher Forstverein, Nutzern und Anliegern: "Der Perlacher und Grünwalder Forst muss Erholungswald im Sinne des Waldgesetzes werden. Der Waldumbau weg von der Fichte zu einem klimatoleranten Mischwald ist sehr wichtig." Den Weg hin zu diesen Zielen gelte es deutlich schneller zu beschreiten. Die Bayerischen Staatsforsten müssten auch einmal über den Tellerrand hinausblicken.

Insbesondere ärgert sich von Brunn über die Haltung der CSU: Deren Mitglieder im Ausschuss hätten ohne Kenntnis der aktuellen Diskussion und bar jeglicher Ortskenntnis entschieden.