Harlaching:Neue Gewichtung

An der St.-Magnus-Straße entfallen Auto-Fahrspuren und Parkplätze

Von Julian Raff, Harlaching

Mit der Ausweisung neuer Fahrradstraßen zwischen Naupliastraße und Perlacher Forst sind im Viertel kürzlich Anreize zum Aufsatteln entstanden. Nun plant das Mobilitätsreferat in Umsetzung des Radentscheids einen Umbau der St.-Magnus-Straße als Anschluss zum Äußeren Radlring sowie Richtung Innenstadt und Isar. Der Bezirksausschuss (BA) war allerdings nicht restlos begeistert und billigte die Planung mit sieben Gegenstimmen und einigen Verbesserungsvorschlägen.

Die 550 Meter lange Straße bietet auf 32 Metern Breite derzeit pro Fahrtrichtung zwei Pkw-Fahrspuren und eine Parkspur, Gehsteig und Radweg sind durch einen Grünstreifen abgetrennt, in der Mitte verläuft ein ebenfalls begrünter Fahrbahnteiler, auf dem Straßenlaternen und Bäume stehen. In der favorisierten von zwei Planvarianten bleibt dieser Mittelteiler erhalten, der Radweg wird, vom Gehsteig weg, auf die zur Fahrbahn gelegene Seite des Grünstreifens verlegt und von 1,50 auf 2,50 Meter verbreitert. Dafür entfällt je Fahrtrichtung eine Autospur. Lediglich im Kreuzungsbereich zu Grünwalder und Naupliastraße wird die Fahrbahn aufgeweitet, um Rückstaus zu vermeiden.

Eine zweite Variante, vom Referat eher pro forma vorgelegt, sähe einen etwas schmaleren Radweg vor, dafür breitere Grünstreifen an den Seiten, wo dann auch die Straßenbeleuchtung stünde. Der Mittelteiler fiele weg und mit ihm 15 Bäume. In beiden Varianten werden 38 Parkplätze gestrichen.

Wegen drohender Nachteile für die lokalen Geschäfte, aber auch wegen der Fahrbahnverschmälerung und hoher Kosten bei angespannter Finanzlage lehnt vor allem die CSU im BA das Projekt ab, konnte sich aber nicht durchsetzen, trotz Unterstützung aus anderen Fraktionen.

Allerdings sehen auch die Grünen - und mit ihnen das gesamte Gremium - im Viertel dringlichere Rad-Baustellen, etwa an der Tierpark- und Siebenbrunner Straße. Die Stadt solle daher ihre Prioritäten abwägen und über eine Verschiebung nachdenken, so der Beschlusstext. In der Zwischenzeit könnte der Plan nachgebessert werden, zum Beispiel beim Übergang zur Tegelbergstraße in Richtung Perlacher Forst und bei den Supermärkten und der dortigen Tiefgaragenzufahrt. Generell sieht der BA in einem höher gelegten Radweg längs der Fahrbahn weder die günstigste noch die sicherste Lösung. Als Alternative schlägt er eine "Protected Bike Lane" vor, also eine optisch abmarkierte, höhengleiche Radspur.

© SZ vom 28.07.2021
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