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Haidhausen:Stöpsel am Abzweig

Lokalpolitiker wollen Balanstraße am Rosenheimer Platz abhängen

Von Patrik Stäbler, Haidhausen

Zehn Jahre nach dem letzten Versuch startet der Bezirksausschuss (BA) Au/Haidhausen einen neuen Anlauf, um die Balanstraße von der Rosenheimer Straße abzutrennen. So hat das Gremium einen Antrag beschlossen, wonach die Abzweigung in die Balanstraße nahe dem Rosenheimer Platz für Fahrzeuge gesperrt werden soll. Dadurch verspricht sich der BA eine Verkehrsberuhigung in der Balanstraße, die eine viel befahrene Ausweichroute zur parallelen Rosenheimer Straße und ein Zubringer zur Salzburger Autobahn ist. Die SPD, auf deren Initiative der Antrag zurückgeht, beruft sich auf die "Verkehrliche Rahmenplanung Haidhausen" von 1992. "Die Balanstraße ist die letzte noch ausstehende Maßnahme aus dem Konzept", sagte Fraktionssprecherin Nina Reitz. "Wir sind der Meinung, dass man diesen Punkt jetzt umsetzen sollte, um den Durchgangsverkehr rauszubekommen."

In der Vergangenheit war der BA mit ähnlichen Anträgen stets gescheitert - zuletzt 2010. Seinerzeit verwies das Planungsreferat darauf, dass an der Kreuzung von Rosenheimer und Orleansstraße "ein Verkehrszuwachs, wie er bei einer Schließung der Balanstraße zu erwarten wäre, nicht störungsfrei bewältigt werden könnte". Überdies stehe zu befürchten, "dass ein erheblicher Teil des von der Balanstraße verlagerten Verkehrs bereits über die Pariser Straße auf die Balanstraße zurückfließt". Eher kritisch sieht den Antrag auch die CSU. Deren Fraktionssprecherin Barbara Schaumberger warnte, "dass man dadurch den Verkehr nur verdrängt". Zudem würde Anwohnern der Pariser Straße die Anfahrt erschwert. Schaumberger und drei Fraktionskollegen stimmten gegen den Antrag. Die klare Mehrheit befürwortete jedoch einen neuen Versuch, weshalb sich das Rathaus nun erneut mit dem Thema beschäftigen wird.

© SZ vom 22.09.2020

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