Hadern:Genügend Platz für Kunst

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Die Stadtverwaltung lehnt eine 20 Meter lange Mal-Wand am Stiftsbogen ab und verweist auf bestehende Graffiti-Flächen

Von Berthold Neff, Hadern

Eine zwei Meter hohe und 20 Meter lange Wand, auf der sich Jung und Alt mal so richtig künstlerisch austoben können: Das hat der Bezirksausschuss (BA) Hadern auf Initiative der Grünen Mitte Juni gefordert. In der jüngsten BA-Sitzung folgte prompt die Ernüchterung: Die Stadt sieht keine Chance, eine solche Wand als Kunst-Freifläche in der Grünanlage Stiftsbogen/Schröfelhofweg aufzustellen.

Zur Begründung verweist das Baureferat darauf, dass es in der Stadt bereits zahlreiche Flächen gebe, "die für eine künstlerische Gestaltung freigegeben sind". Das Kulturreferat sei dabei für die Vermittlung von Flächen in Liegenschaften verschiedener städtischer Referate an Interessierte koordinierend tätig. Außer an der "Hall of Fame" an der Tumblingerstraße sei Sprayen und Malen auch auf dem Gelände des Projekts "Bahnwärter Thiel" möglich. Dort gebe es Container, U-Bahnen, drei Trambahnen und meterlange Wände. Damit das Areal kreativ genutzt werden kann, würden die Holzwände und Züge regelmäßig instand gesetzt. Darüber hinaus gebe es noch die Pfeiler und Stützwände unter der Brudermühlbrücke sowie das Areal des ehemaligen Kunstparks Ost, wo man nach Rücksprache mit dem Graffiti-Künstler Loomit sprühen könne.

Weitere Infos über Orte und Flächen in München, an denen gesprüht werden darf, würden regelmäßig auf der Internetseite www.münchengraffiti.de aktualisiert. Zudem stelle das Baureferat in Abstimmung mit den Bezirksausschüssen auf Anfrage bestehende Wandflächen an seinen Bauwerken, etwa in Unterführungen oder unter Brücken zur Verfügung.

Zum Beispiel wurde 2020 ein Bereich der Donnersbergerbrücke an der Arnulfstraße gestaltet. Zuvor war die Unterführung am Rubihornweg unter der Westendstraße bemalt worden. Aktuell werde die Unterführung unter der Lassallestraße am Lerchenauer See gestaltet. Dabei ist das Ziel, Funktionsbauwerke oder deren Teile individuell zu gestalten und zugleich Interessensgruppen die Möglichkeit zu geben, kreativ zu sein.

Den Vorschlag aus Hadern lehnt das Baureferat jedoch ab: "Die Errichtung von Wänden ohne weitere Funktion, nur zum Zweck der Bemalung, ist bislang noch nicht realisiert worden und erscheint wegen der hohen Kosten für Investition und Unterhalt einer Wandkonstruktion als reinem Maluntergrund, aber auch hinsichtlich der Positionierung im öffentlichen Raum, nicht geeignet." Leider befänden sich in der Nähe der Grünanlage auch keine städtischen Gebäude oder Unterführungen, deren Wände sich für eine künstlerische Gestaltung eigneten. Die BA-Mitglieder in Hadern nahmen dies mit Bedauern zur Kenntnis, die Grünen prüfen, ob sie nachhaken.

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