Grenznah betrachtet Drei Güter, eine Etappe

Die Strecke führt an drei interessanten Anwesen entlang: Gut Freiham, Gut Streiflach sowie Schlossgut Moosschwaige.

Von Ellen Draxel

Es ist eine kleine dörfliche Insel. Im Norden begrenzt durch die S-Bahn-Linie S 8 und den Autobahnring A 99, ist das Gut Freiham weithin sichtbar mit seiner von einem Turm gekrönten Silhouette. Das Gut liegt auf historischem Boden und ist Namensgeber eines ganzen Stadtviertels: Die älteste Nennung Freihams datiert im Jahr 1136, als Papst Innozenz II. dem Kloster Polling eine Reihe von Besitzungen, darunter auch die "villa Frihaim", bestätigte. Die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, Mehrheitsanteilseignerin an der Augustiner-Brauerei, hat die historische Schwaige vor zwei Jahren erworben. Sie will aus dem 900 Jahre alten Relikt ein Dorf des 21. Jahrhunderts wiederentstehen lassen, seitdem wird saniert. Ziel ist, eines Tages im Rahmen einer kleinen Zeitreise erleben zu können, wie es einst auf einem Dorf zuging. In einzelne Häuser soll traditionelles Handwerk einziehen. Ein Kleinod, "schöner, als es einmal war, und so liebevoll restauriert, dass es echte Emotionen weckt", soll das Gut werden - so erläuterte die Stiftungsvorsitzende Catherine Demeter der SZ im Herbst 2016 die Pläne.

Während das Gut Freiham vielen Münchnern durchaus ein Begriff ist, kennen den Gnadenhof für Tiere auf Gut Streiflach weitaus weniger Menschen. Er befindet sich auf Germeringer Flur, knapp außerhalb der Stadtgrenze, vom Autobahnring A 99 und der Lindauer Autobahn A 96 wirksam vor allzu viel Besuch geschützt. Betreiber des Gutshofs ist der 1993 gegründete Verein Gewerkschaft für Tiere. Die Gründungsidee, Tieren ein weitgehend artgerechtes Leben zu ermöglichen, insbesondere "geschundenen und ausgestoßenen Haustieren, gequälten und ausgemergelten Nutztieren, gejagten und verfolgten Wildtieren", wird bis heute verfolgt. Darum müssen Besucher in der Regel draußen bleiben. Schulklassen und Kindergruppen sind nach vorheriger Anmeldung willkommen. Außerdem öffnet sich Gut Streiflach, das auf einen früher dem Kloster St. Jakob am Anger in München gehörenden Hof zurückgeht, regelmäßig an den Tagen der offenen Tür.

Kaum zugänglich ist das unter Denkmalschutz stehende Schlossgut Moosschwaige. Urkundlich genannt wurde die Moosschwaige erstmals 1808 oder 1812 als Mos Schweige. Einst gehörte sie zum südöstlich gelegenen Gut Freiham. Die Stadt München erwarb 2004 die land- und forstwirtschaftlichen Flächen des Gutes, um sie als ökologische Ausgleichsflächen zu nutzen. Das Gut selbst, umgeben von Biotopen, gehört einer Immobiliengesellschaft.