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Gräfelfing:Teures Paket

In der Gemeinde werden nächstes Jahr viele Straßenabschnitte saniert. Vier Millionen Euro kosten die Baumaßnahmen

Von Annette Jäger, Gräfelfing

Zehn Straßenabschnitte stehen in Gräfelfing im Jahr 2021 zur Sanierung an. Die Maßnahmen gehen Hand in Hand mit den Arbeiten des Würmtalzweckverbands an den Wasserleitungen. Der Gemeinderat genehmigte das vier Millionen Euro teure Sanierungspaket in seiner jüngsten Sitzung. Strittig war das geplante Vorgehen am Rathausplatz.

In der Besseren Zukunft und Langemarckstraße, im südlichen Teil der Josef-Schöfer-Straße, in der Buchen- und Ulmenstraße, im östlichen Teil der Wendelsteinstraße, in einem Abschnitt der Schulstraße, in der Reichartstraße und am Peter-Klostermeier-Platz sowie im westlichen Teil der Bahnhofstraße wird gegraben, saniert und asphaltiert. In diesen Straßenzügen wird gleichzeitig die Straßenbeleuchtung auf LED-Sparlampen umgestellt. Auch der Kreisverkehr Friedenstraße/Lochhamer Straße steht auf der Liste, hier soll die Radwegeführung sicherer werden. Dass der Rathausplatz auch in Angriff genommen werden soll, passte Anette Kitzmann-Waterloo (SPD) nicht. Hier seien noch viele Fragen zur Umgestaltung offen. Im Sommer hatte ein Planungsteam Maßnahmen vorgestellt, wie die Verkehrsführung und die Aufenthaltsqualität des Platzes optimiert werden kann. Ursprünglich sollte hier vor fünf Jahren ein "shared space" entstehen, bei dem alle Verkehrsteilnehmer den Straßenraum gleichberechtigt nutzen. Das Konzept war aber nicht mit aller Konsequenz umgesetzt worden. Seitdem wird immer wieder von Eltern und Gemeinderäten die mangelnde Sicherheit für Fußgänger kritisiert. Nun soll nachgebessert werden. Die vorgestellten Maßnahmen des Büros seien im Gremium aber noch gar nicht debattiert worden, kritisierte Kitzmann-Waterloo. Jetzt mit Pflasterarbeiten zu beginnen, halte sie für den "falschen Weg". Lieber solle man kurzfristige und günstige Maßnahmen umsetzen wie eine zusätzliche Beschilderung.

Walter Frank (CSU) war dagegen, den Platz, der erst vor wenigen Jahren für viel Geld umgestaltet wurde, zu verändern. "Der Platz hat Schwächen, aber er funktioniert." Es sei eine "Verschwendung von Steuergeldern", hier wieder zu investieren. Bürgermeister Köstler (CSU) verteidigte das Budget im Straßenbauprogramm. Es ginge nur um einen Grundsatzbeschluss, der die Chance eröffne, über eine Umgestaltung des Platzes zu diskutieren, beschlossen sei jedoch noch nichts. Mit zwei Gegenstimmen wurde das Straßenbauprogramm genehmigt.

© SZ vom 30.10.2020
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