Giesing:Protest gegen illegalen Abriss

Giesing: Protest mit weißem Taschentuch: Die Anteilnahme bleibt groß.

Protest mit weißem Taschentuch: Die Anteilnahme bleibt groß.

(Foto: privat)

Ehemaliges Uhrmacherhäusl wird Ziel bundesweiter Radltour

Die Initiative "Heimat Giesing" und das "Aktionsbündnis Untergiesing" haben Samstagnachmittag vor dem Baugrund an der Oberen Grasstraße 1 gegen den illegalen Abriss des denkmalgeschützten Uhrmacherhäusls demonstriert. Gleichzeitig führte eine Fahrradtour der "Wagenmenschen" aus ganz Deutschland, etwa 40 Teilnehmer, am Samstag an das Gelände. Die Radtour in München wurde von der Münchner Wagenmenschen-Gruppe "Stattpark Olga" organisiert. Die Radler fuhren nicht in einem Pulk: Jede Städtegruppe fuhr separat zu den Resten des ehemaligen Handwerkerhäuschens. Dort ließen sich die "Wagenmenschen" die Hintergründe des illegalen Abrisses erläutern.

Die Aktion dauerte länger als eine Stunde. Am Freitag hatte bereits die wöchentliche Mahnwache stattgefunden. Die einzelnen Städtegruppen fuhren nach umfangreicher Information zum nächsten Punkt ihrer Rallye weiter in die nächste Stadt. Heimat Giesing fordert, die Reste des illegal abgerissenen Hauses stehenzulassen. Dies sei schon aus Denkmalschutzgründen im Hinblick auf eine Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes unerlässlich. Darüber hinaus seien die Trümmer mit den am Bauzaun angebrachten Zeichen des Protests gegen den illegalen Abriss ein Mahnmal, dass sich ein solches Vorgehen nicht wiederholen dürfe - weder in München noch darüber hinaus. Das Plattmachen des um 1840 erbauten Handwerkerhäuschens vor einigen Wochen hatte stadtweit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Inzwischen herrscht Alarmstimmung - auch in anderen Vierteln mit historischem Kern. Stadtteilpolitiker in Schwabing und in Solln äußerten sich besorgt um den Bestand in ihrem Viertel.

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