Gerichtsurteil Nackte Kinder gefilmt: Trainer muss ins Gefängnis

Der 45-Jährige hatte versteckte Kameras in Duschen und Umkleiden angebracht. Das Landgericht verurteilte ihn zu zweieinhalb Jahren Haft.

Von Stephan Handel

Ein ehemaliger Trainer des TSV Gilching-Argelsried muss nun voraussichtlich doch ins Gefängnis: Weil er gestanden hatte, mit versteckten Minikameras in Duschen, Umkleiden und Toiletten Kinder gefilmt zu haben, hatte ihn das Amtsgericht zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Gegen dieses Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt - das Landgericht sprach nun eine Strafe von zwei Jahren und sechs Monaten aus, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Die Verteidigung des 45-jährigen Mannes hat allerdings angekündigt, gegen das Urteil in Revision zu gehen.

Der Mann hatte schon in der ersten Instanz die Taten eingeräumt: Die Kameras hatte er in Rauch- und Feuermelder und in Seifenspender eingebaut - unter anderem in Toiletten der Grundschule Gilching und der Rathaushalle, aber auch bei Auswärtsveranstaltungen, an denen junge Sportler des TSV teilnahmen. Eine ehemalige Lebensgefährtin hatte den Mann 2015 angezeigt. Bei einer Hausdurchsuchung fand die Polizei nicht nur das selbst angefertigte Material, sondern auch harte kinderpornografische Bild- und Videodateien - fast 4000 Bilder und mehr als 400 Filme mit einer Gesamtspieldauer von mehr als 70 Stunden. In der ersten Verhandlung hatte der Täter ausgesagt, er habe daran keine "visuelle Erinnerung" mehr.

Die Berufungsinstanz beschäftigte sich angesichts des Geständnisses nur mehr mit dem Strafmaß. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre und sechs Monate gefordert, das Gericht blieb schließlich ein Jahr darunter.