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Gefährliche Straßen in München:Wo Radfahren zum Risiko wird

Ob Englischer Garten oder Marienplatz: In München wird es an einigen Stellen für Radler nicht nur eng, sondern auch gefährlich. Die - aus unserer Sicht - heikelsten Stellen in der Stadt.

Auf Münchens Radwegen ist es voll und eng, vor allem im Berufsverkehr. Das führt zu vielen brenzligen Situationen und Unfällen. Im vergangen Jahr starben drei Radfahrer in München, 323 wurden schwer verletzt. Die SZ hat einige der heikelsten Stellen in der Stadt zusammengefasst.

  • Marienplatz

Die Nord-Süd-Querung der Altstadt ist eine Dauerbaustelle - im realen Sinne (weil dort ständig gebaut wird, etwa von den Stadtwerken), aber auch im übertragenen Sinne: Seit Jahren streiten die Politiker im Rathaus schon darüber, wie das Durcheinander von Fußgängern, Radlern, Taxis, Bussen und Rikschas besser geordnet werden könnte. Ein Vorschlag lautet: Autos raus, zumindest aus der Dienerstraße. Gegen diesen Vorschlag allerdings wehren sich vor allem die Geschäftsinhaber und Taxi-Unternehmer.

  • Nymphenburger Straße

Zwar hat die Stadt den Radweg entlang der wichtigen Ost-West-Trasse zuletzt neu asphaltieren lassen; aus Sicht vieler Radler ist der Weg aber noch immer viel zu schmal. Der ADFC plädiert deshalb dafür, entweder auf der Nymphenburger Straße breite Radspuren anzulegen - oder zumindest den Radlern das Fahren auf der relativ breiten Straße zu gestatten. Dann könnten die schnellen Radler dort entlangrauschen; langsamere Radler könnten weiter den schmalen Radweg nutzen.

  • Ludwigstraße/Leopoldstraße

Gerade bei schönem Wetter stauen sich an den Ampeln auf der wichtigen Nord-Süd-Trasse die Radler - nicht wenige weichen mittlerweile auch auf die Fahrbahn aus, weil es auf dem Radlweg schlicht zu voll ist. Immer wieder kommt es so zu gefährlichen Situationen. Der Radfahrerklub ADFC fordert: Die jeweils rechte Fahrspur sollte für Autofahrer gesperrt - und den Radlern zugeschlagen werden.

  • Lindwurmstraße

Nicht nur, aber vor allem an der Bahnunterführung kurz vor der Kreuzung zur Implerstraße wird immer wieder deutlich: Die Radwege entlang der wichtigen Nord-Süd-Trasse sind viel zu schmal. Fußgänger und Radfahrer kommen sich ständig ins Gehege, zudem blockieren nicht selten parkende Lieferfahrzeuge den Radweg.

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  • Chiemgaustraße

Eine lebensgefährliche Stelle: An der Bahnunterführung südlich des Giesinger Bahnhofs müssen Radler kurz auf die vierspurige Chiemgaustraße, wenn sie nicht den Passanten auf dem schmalen Fußweg in die Quere kommen wollen. Immer wieder kommt es zu Fast-Zusammenstößen, weil die Autofahrer nicht damit rechnen, dass die Radler auf den Mittleren Ring rollen.

  • Rampe am Patentamt

Wer von der Wiesn kommend zur Hackerbrücke möchte, nutzt gerne die kombinierte Fußgänger/Radfahrerbrücke über die Landsberger Straße. Um auf diese zu kommen, steht für Radfahrer nur eine sehr schmale Rampe zur Verfügung. Für den Bund Naturschutz ist das "eine der krassesten Fehlplanungen der vergangenen Jahre". Und zudem noch gefährlich: Viele unsichere Radler steigen ab und schieben.

  • Weg am Müllerschen Volksbad

An der schmalen Stelle parallel zur Isar kommen sich Fußgänger und Radler immer wieder in die Quere, viele Radfahrer unterschätzen auch den scharfen Knick in der Kurve. Ein Stückchen weiter südlich entlang der Isar gibt es zudem mehrere Unterführungen, bei denen Rad- und Fußgängerwege sich öfter mal kreuzen. Dort ist auch der Belag an vielen Stellen mittlerweile nicht mehr der beste. Neuer Asphalt würde die Sturzgefahr mindern.

  • Baustellen

Immer wieder ein Ärgernis für viele Radler an den verschiedensten Stellen der Stadt: Um Baustellen werden zwar die Fußgänger herumgeführt, nicht selten baut man sogar Überdachungen, um sie zu schützen. Für eine Verlegung des Radweges allerdings bleibt oft kein Platz mehr: Radler müssen dann abrupt auf die Straße ausweichen.

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  • Rosenheimer Straße

Ein großes Streitthema im vergangenen Kommunalwahlkampf: Sollen auf dem Abschnitt zwischen Orleansstraße und Rosenheimer Platz Spuren für Autos wegfallen, um den Radlern dort eine separate Spur zu geben? Schließlich hatte es schon mindestens einen tödlichen Unfall an dieser Stelle gegeben. CSU und SPD wollen nun Parkplätze und etwa ein Dutzend Straßenbäume opfern, um die Radspuren anzulegen und zugleich den Autoverkehr nicht einzuschränken.

  • Englischer Garten

Vor allem Studenten nutzen im Nordteil des Englischen Gartens gerne die Wege entlang der Isar, um zur TU nach Garching zu kommen. Allerdings sind die Schotterwege schlecht zu befahren, insbesondere im Winter kommt man nicht selten ins Schlittern. Laut ADFC würden relativ breite "Radschnellwege" mit gutem Belag hier sofort Abhilfe schaffen.