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Garmisch-Partenkirchen:Im Schatten der Zugspitze

Im idyllischen Landkreis in Bayerns Süden geben gleich mehrere Autoren ihren Ermittlern immer wieder neue Rätsel auf. Jörg Maurer, Marc Ritter und Nicola Förg sind wohl die bekanntesten Namen.

Von Sabine Reithmaier

Irgendwie verblüffend, dass im idyllischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen die kriminelle Energie besonders stark entwickelt ist, jedenfalls in der Krimiliteratur. Gleich drei Autoren lassen ihre Fälle im Schatten der Zugspitze spielen. Der dienstälteste Kommissar ist Hubertus Jennerwein. Der Autor Jörg Maurer hat ihn inzwischen schon zwölf Fälle lösen lassen. Der jüngste Band "Am Tatort bleibt man ungern liegen" ist, wie alle Maurer-Krimis, gleichermaßen komisch, spannend und sehr unterhaltsam. Fall 13 folgt übrigens im Oktober.

Jennerwein ist ein angenehm sensibler Mann im Gegensatz zum derben, jähzornigen Lokalreporter Karl-Heinz "Gonzo" Hartinger, den Autor Marc Ritter bislang vier Bände lang durch die Gegend schlurfen ließ, oft auf der Flucht vor der Mutter seines Sohnes oder im Streit mit Gesetzeshütern. Ritter überzeichnet seine Geschichten gern ziemlich stark, was man von Nicola Förg nicht sagen kann.

Bei ihr ermittelt die bodenständige, pragmatische Irmi Mangold gemeinsam mit Kollegin Kathi Reindl. Meist nicht im Kurort, sondern in den Dörfern der Umgebung. Förg sucht für jedes Buch ein gewichtiges Thema, oft spielen Umwelt- und Tierschutzprobleme eine zentrale Rolle: Biogasanlagen und ihre giftigen Gärreste, die Rückkehr der Wölfe, die Zukunft der Almen, Cyber-Mobbing, der illegale Handel mit Hundewelpen oder der Wahnsinn von Silvesterfeuerwerken - all dies hat die Kommissarinnen schon in Atem gehalten. Da klingt das Waldbaden im Eschenlainetal, um das es in "Flüsternde Wälder", dem jüngsten Band geht, vergleichsweise harmlos. Ist es aber natürlich nicht.

© SZ vom 20.05.2020

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