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Fürstenried:Realschule ja, Standort nein

Lokalpolitiker sprechen sich gegen eine dezentrale Lage aus

Am Bedarf einer weiteren Realschule im Stadtbezirk gibt es für die Lokalpolitiker nichts zu deuteln. Nur den Standortüberlegungen der Stadtverwaltung vermögen sie nicht zu folgen. Diese hatte ein Areal an der Forstenrieder Allee, an den dortigen Tennisplätzen ins Spiel gebracht, das der Bezirksausschuss (BA) Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln für völlig ungeeignet hält. Gegen das Gelände spreche schon seine dezentrale Lage, aus der diverse Verkehrsprobleme entstehen könnten, heißt es in einer einhellig verabschiedeten Stellungnahme des Stadtteilgremiums.

Konkret zu befürchten seien Staus an der Kreuzung Liesl-Karlstadt-Straße/Forstenrieder Allee/Herterichstraße. Zudem fehlten teilweise Gehwege in der Forstenrieder Allee sowie in der südlichen Liesl-Karlstadt-Straße, ebenso Radwege. Die mangelnde öffentliche Verkehrsanbindung dürfte besonders im Winter zu Problemen führen, glaubt der Bezirksausschuss. Auch weist er auf die Lärmbelästigung der nahen Garmischer Autobahn hin. Der BA wirft ferner die Frage nach einem Alternativstandort für die Tennisanlage auf. Weil die Bevölkerung weiter zunimmt, gebe es auch einen wachsenden Bedarf an solchen Sportplätzen, heißt es in der BA-Stellungnahme.

Eine Alternatividee für die Realschule glaubt die Stadtteilvertretung schon zu haben: das städtische Gelände an der Fraunbergstraße 4. Dort war mal ein Markisenbetrieb daheim, und seit Jahren hagelt es Nachnutzungsvorschläge für das Grundstück in Thalkirchen. Gärtnerei, Künstlerateliers, Kita, Mehrgenerationen-Wohnprojekt und zuletzt, zur Zwischennutzung, Mini-Häuser der Initiative "Tiny-Pop-up-Village" - alles da gewesen. Der BA fordert nun, an diesem Standort eine Realschule zu priorisieren. Falls es dafür an ausreichender Fläche fehlen sollte, "könnte zum Beispiel höher gebaut werden", meint man in dem Gremium.